Luftbild eines weiten Solarparks bei tiefstehender Sonne; am Rand der Modulreihen stehen fünf weiße Batteriecontainer.
AktuellesMarktdatenStand: Mai 2026

Batteriespeicher-Ausbau drückt EU-Strompreise bis 2030

Solar Power Europe: Schneller PV- und Speicher-Ausbau drückt EU-Strompreise bis 2030. Was Großspeicher-Investoren bei Arbitrage-Erlösen jetzt prüfen müssen.

Batteriespeicher-ReportRedaktion

Veröffentlicht am

Quellen:

Das Wichtigste in Kürze

  • Solar Power Europe rechnet bis 2030 mit fallenden Großhandelsstrompreisen in der EU, getrieben von Solar- und Speicherausbau.
  • Im ehrgeizigen Szenario erreichen Solar und Speicher in der EU rund 1.200 Gigawatt — gegenüber etwa 700 Gigawatt heute.
  • Für Großspeicher-Investoren heißt das: größere Preisspannen pro Tag, aber niedriger Mittelwert beim Strompreis.
  • Die Studie nennt keine Kosten pro Kilowattstunde — diese Lücke müssen Investoren selbst über Gutachten schließen.

Solar und Batteriespeicher sollen in der EU bis 2030 auf rund 1.200 Gigawatt installierte Leistung wachsen — fast eine Verdopplung gegenüber heute. So rechnet eine neue Studie des Solar-Branchenverbands Solar Power Europe (Solar Power Europe, 13.05.2026). Die Folge laut Studie: Die durchschnittlichen Börsenstrompreise in der EU sinken bis 2030 in beiden untersuchten Szenarien — im ehrgeizigen Pfad sogar stärker. Das drückt Arbitrage-Erlöse im Mittel, vergrößert aber die tägliche Preisspanne.

Was die Studie misst

Die Studie vergleicht zwei Pfade für 2030. Im „Basisszenario" läuft der Ausbau im heutigen Tempo weiter. Im „Solar+"-Szenario wächst die Solar- und Speicherleistung in der EU auf rund 1.200 Gigawatt — gegenüber rund 700 Gigawatt heute (Solar Power Europe, 13.05.2026). In beiden Pfaden sinken die durchschnittlichen Börsenstrompreise (sogenannte Day-Ahead-Preise — der Preis, zu dem Strom für den nächsten Tag gehandelt wird) gegenüber 2025. Im „Solar+"-Pfad sinken sie stärker (Solar Power Europe, 13.05.2026).

Für Deutschland ist das besonders relevant. Deutschland gehört zu den größten Stromverbrauchern und Preistreibern im EU-Markt. Eine Preisbewegung im EU-Schnitt schlägt hier überdurchschnittlich durch. Die Studie selbst nennt allerdings keine Speicherkosten pro Kilowattstunde und keine Hersteller-Roadmaps. Sie ist ein Verbandspapier mit klarem politischen Ziel: Sie zeigt, was möglich wäre, nicht, was sicher kommt.

Für IAB-Investoren bedeutet das

Für Sie als Investor in einen IAB-Großspeicher hat die Entwicklung zwei Seiten. Die gute Nachricht: Mehr Solarstrom bedeutet stärkere Preisschwankungen im Tagesverlauf. Mittags ist Strom billig, abends teuer. Genau diese Differenz ist es, womit Ihr Speicher Geld verdient (sogenannte Arbitrage — günstig laden, teuer entladen). Mehr Solar im Netz vergrößert diese Spanne. Die weniger gute Nachricht: Das absolute Preisniveau sinkt. Wer mit Erlösmodellen aus 2023 oder 2024 kalkuliert hat, arbeitet mit veralteten Annahmen.

Setzt sich das Solar+-Szenario durch — Solar Power Europe hält es für das politisch erreichbare Ziel —, profitieren Speicher in Deutschland von größeren Tagesspannen bei niedrigerem Mittelwert. Im Basisszenario fallen die Preise schwächer, die Spanne wächst weniger stark. Beide Pfade bedeuten: Erlösannahmen aus der Hochpreis-Phase 2022–2024 sind nicht mehr tragfähig.

Konkrete Empfehlung: Beauftragen Sie einen unabhängigen Gutachter mit der Überprüfung Ihrer Erlösannahmen. Lassen Sie den Business Case mit zwei Strompreis-Szenarien rechnen — einmal auf heutigem Niveau, einmal mit 15–25 Prozent niedrigerem Durchschnittspreis ab 2028. Trägt die Rendite auch im niedrigeren Szenario, ist das Investment robust. Achten Sie bei Vermarktungsverträgen darauf, dass diese von Preisspannen profitieren — nicht nur vom absoluten Strompreisniveau. Die Studienlücke bei Speicherkosten pro Kilowattstunde schließen Sie über Ihren Anbieter und ein zweites unabhängiges Gutachten.

Weitere aktuelle Meldungen

Alle Meldungen im News-Bereich