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MiSpeL: Graustrom laden und EEG-Förderung behalten
AktuellesNewsStand: März 2026

MiSpeL: Graustrom laden und EEG-Förderung behalten

Die MiSpeL-Festlegung der Bundesnetzagentur erlaubt erstmals Mischbetrieb für Batteriespeicher: Netzstrom laden, ohne EEG-Förderung zu verlieren.

Batteriespeicher-ReportRedaktion

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Das Wichtigste in Kürze

  • Die MiSpeL-Festlegung führt ab Mitte 2026 zwei neue Betriebsmodelle ein: Abgrenzungsoption und Pauschaloption
  • Erstmals können Co-Location-Speicher Netzstrom laden UND die EEG-Förderung für den Grünstrom-Anteil behalten
  • Die 15-Minuten-Messung ermöglicht eine präzise Trennung von Grün- und Graustrom — rechtssicher und bankentauglich

Die Bundesnetzagentur hat mit der MiSpeL-Festlegung (Marktintegration von Speichern und Ladepunkten) eine der wichtigsten regulatorischen Weichenstellungen für Batteriespeicher auf den Weg gebracht. Ab Mitte 2026 dürfen Co-Location-Speicher erstmals Strom aus dem Netz laden, ohne die EEG-Förderung für ihren Grünstrom-Anteil zu verlieren. Was technisch trivial klingt, war bisher rechtlich unmöglich — und hielt Speicher künstlich klein.

Das Kernproblem bisher

Ein typisches Szenario: Ein Solarpark hat einen 20-MW-Netzanschluss und einen 10-MW-Batteriespeicher. Bisher durfte der Speicher ausschließlich Strom aus dem eigenen Solarpark laden, wenn die EEG-Marktprämie erhalten bleiben sollte. Sobald auch nur eine Kilowattstunde Netzstrom in den Speicher floss, drohte der Verlust der gesamten Förderung.

Das Ergebnis: Der Speicher stand in vielen Stunden leer, obwohl er für Arbitrage hätte genutzt werden können. Die Branche nannte das die "Grünstrom-Falle".

Was MiSpeL ändert

Die Festlegung führt neben der bestehenden Exklusiv-Option (nur Grünstrom) zwei neue Betriebsmodelle ein:

Abgrenzungsoption

Der Speicher kann gleichzeitig Solar- und Netzstrom laden. Die Trennung erfolgt über ein 15-Minuten-Messkonzept: In jedem Viertelstunden-Intervall wird mathematisch präzise berechnet, welcher Anteil der eingespeisten Energie auf Grünstrom und welcher auf Netzstrom entfällt. Die EEG-Förderung gilt nur für den Grünstrom-Anteil.

Pauschaloption

Eine vereinfachte Variante: Ein fester prozentualer Anteil der Einspeisung wird pauschal als Grünstrom angerechnet. Weniger präzise, aber deutlich einfacher in der Administration.

Praxisbeispiel: 20-MW-Solarpark + 10-MW-Speicher

Bisher: Speicher lädt nur aus PV, steht abends und nachts leer. Mit MiSpeL (Abgrenzungsoption): Speicher lädt tagsüber aus PV (EEG-Förderung bleibt erhalten), nachts aus dem Netz (Arbitrage, keine Förderung). Ergebnis: 1,5-2 Zyklen pro Tag statt 0,8-1,0. Die Mehrerlöse können 30-50% betragen.

Warum das für Investoren relevant ist

MiSpeL macht Co-Location-Projekte — also Speicher, die an bestehende Solar- oder Windparks gekoppelt sind — deutlich wirtschaftlicher:

  • Höhere Auslastung: Mehr Zyklen pro Tag = mehr Erlöse
  • Diversifizierung: Erlöse aus EEG-Förderung + Arbitrage + Regelenergie statt nur einem Strang
  • Besserer Netzanschluss: Der gemeinsame Netzanschluss mit einer EE-Anlage ist oft einfacher und schneller verfügbar als ein eigener Anschluss für Standalone-Speicher

Gleichzeitig steigt die technische Komplexität: Die 15-Minuten-Messung erfordert Smart-Meter-Infrastruktur und entsprechende Abrechnungssysteme. Anbieter müssen nachweisen, dass sie diese Anforderungen erfüllen können.

Nicht alle Anbieter profitieren gleich

MiSpeL ist vor allem für Projektierer relevant, die eigene EE-Anlagen mit Speichern kombinieren. Reine Standalone-Speicher ohne Co-Location profitieren weniger. Wenn Ihr Anbieter mit MiSpeL-Vorteilen wirbt, fragen Sie konkret: Handelt es sich um ein Co-Location-Projekt? Wie wird die Messung umgesetzt?

Zeitplan

Die MiSpeL-Festlegung wurde im September 2025 als Entwurf veröffentlicht. Die Konsultation läuft, die finale Festlegung wird für Mitte 2026 erwartet. Erste Projekte könnten ab dem dritten Quartal 2026 unter den neuen Regeln operieren.

Für den deutschen Speichermarkt ist MiSpeL ein Befreiungsschlag: Die künstliche Trennung zwischen gefördertem Grünstrom und marktgetriebener Flexibilität wird aufgehoben. Das macht Speicher wirtschaftlicher — und beschleunigt ihren Zubau. Mehr zur Erlösstruktur von Batteriespeichern in unserem Grundwissen-Hub.

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