5.600 Megawattstunden (MWh) Batteriespeicher in zwei Verträgen: Der Lausitzer Energiekonzern LEAG hat innerhalb von zwei Wochen Bestellungen vergeben, die das Volumen des gesamten deutschen IAB-Zubaus aus 2024 übersteigen. Die Speicher entstehen an den Kraftwerksstandorten Jänschwalde (Brandenburg) und Boxberg (Sachsen).
Für IAB-Investoren bedeutet das
Kurz zum Hintergrund: LEAG betreibt heute Braunkohlekraftwerke in der Lausitz. Der Konzern baut diese Standorte zur sogenannten „GigawattFactory" um — also zu Knotenpunkten für Wind, Solar und Speicher. Der erste Auftrag ging am 06.11.2025 an Fluence: 4.000 MWh am Standort Jänschwalde, Projektname „GigaBattery Jänschwalde 1000" (LEAG, 06.11.2025). Am 18.11.2025 folgte der zweite Vertrag, vergeben von der Tochter LEAG Clean Power an HyperStrong über 1.600 MWh am Standort Boxberg, Projektname „GigaBattery Boxberg 400" (LEAG, 18.11.2025).
Die Größenordnung ist die eigentliche Nachricht. 5.600 MWh aus zwei Einzel-Verträgen — kein anderer deutscher Akteur hat in so kurzer Zeit so viel bestellt. LEAG positioniert sich damit neben RWE und EnBW als dritter Schwergewichtler im deutschen Speichermarkt. Und das ausgerechnet in der Region, in der besonders viele IAB-Projekte mit 1 bis 5 Megawatt geplant sind.
Für Sie als IAB-Investor heißt das konkret: Die Erlöse aus den Regelenergie-Märkten — also dem Hauptverdienst-Kanal Ihres Speichers, der Primärregelleistung (FCR) und Sekundärregelleistung (aFRR) — sinken mit jedem zusätzlichen Megawatt am Netz. Je mehr Anbieter um die gleichen Töpfe bieten, desto niedriger die Zuschlagspreise. Wenn allein LEAG diese Volumina ans Netz bringt, verwässert das die Pool-Erlöse spürbar — vor allem in der Regelzone 50Hertz (Ostdeutschland).
Wichtige Einschränkung: LEAG nennt in den Pressemitteilungen keine konkreten Inbetriebnahme-Daten. Im Marktstammdatenregister, dem zentralen Register für Stromanlagen bei der Bundesnetzagentur, sind die Anlagen bislang nicht eingetragen (BNetzA MaStR, abgerufen 23.05.2026). Bis zum Netzanschluss bleibt die Marktlage stabil — der Druck baut sich erst danach auf. Typischer Vorlauf bei Projekten dieser Größe: 24 bis 36 Monate. Realistisches Markteintritts-Fenster ist damit 2027 bis 2028.
Was Sie jetzt tun sollten: Lassen Sie sich vom Anbieter Ihres IAB-Investments eine Erlös-Prognose mit deutlich konservativeren Regelenergie-Preisen ab 2028 zeigen. Modelle, die mit heutigen FCR- und aFRR-Preisen bis 2035 hochrechnen, sind zu optimistisch. Bei Projekten in Brandenburg und Sachsen lohnt zusätzlich die Frage nach dem Netzanschluss: Steht genügend Kapazität neben der LEAG-Infrastruktur zur Verfügung, oder droht ein Engpass beim Anschluss? Diese zwei Punkte gehören vor jeder Zeichnung auf den Tisch. Das ist die Linie, auf die Batteriespeicher-Report bei kommenden Anbieter-Prüfungen achten wird.
Quellen
- LEAG GigawattFactory bekommt ersten Giga-Batteriespeicher (Liefervertrag Fluence, 4.000 MWh) — LEAG-Pressemitteilung, 06.11.2025
- LEAG Clean Power bringt zweiten Giga-Batteriespeicher auf den Weg (Liefervertrag HyperStrong, 1.600 MWh) — LEAG-Pressemitteilung, 18.11.2025
