Diese Seite versammelt die belegbaren Kennzahlen zum deutschen Batteriespeicher-Markt an einem Ort: Bestand und Zubau aus dem Marktstammdatenregister, Großhandelspreise und negative Stunden aus SMARD, die Leistungspreise der Primärregelleistung von regelleistung.net, dazu die geltende Netzentgeltregel. Jede Zahl trägt Einheit, Zeitraum, Quelle und Abrufdatum — und einen Satz dazu, was sie nicht aussagt. Stand der Erhebung: 22.08.2026; bei jeder Aktualisierung werden die Werte samt Abrufdatum ersetzt.
Was die Zahlen für ein Batteriespeicher-Investment bedeuten, ordnen der Markt-Hub und der Artikel Wie verdient ein Batteriespeicher Geld? ein. Hier stehen nur die Messwerte.
Zitieren erwünscht
Alle Werte dürfen mit Quellenangabe übernommen werden: „Batteriespeicher-Report, Batteriespeicher in Deutschland: die Zahlen, Stand 22.08.2026“. Bei den eigenen Auswertungen (negative Stunden, FCR-Summen) bitte mit dem Zusatz „eigene Auswertung auf Basis von SMARD“ bzw. „… von regelleistung.net“ — die Behörden weisen diese Kennzahlen nicht selbst aus.
Bestand: Großbatteriespeicher im Marktstammdatenregister
Als Großbatteriespeicher gelten nach der Konvention der Bundesnetzagentur Stromspeicher mit einer Bruttoleistung über 999 kW — keine Legaldefinition und keine Registerkategorie, sondern eine Abgrenzung, die beim Zitieren mitgenannt werden muss. Filter im Register: Energieträger Speicher · Speichertechnologie Batterie · Betriebsstatus in Betrieb · Bruttoleistung ab 1 MW.
| Größe | Wert | Typ |
|---|---|---|
| Einheiten in Betrieb | 518 | Messwert (Register) |
| Nutzbare Speicherkapazität | 7.146 MWh (7,15 GWh) | Messwert |
| Bruttoleistung, Summe | 4.224 MW (4,22 GW) | Messwert — Prüfung mit Vorbehalt, siehe Hinweis |
| Verhältnis Kapazität zu Leistung | 1,69 h | abgeleitet (7.146 ÷ 4.224) |
| Größte Einzeleinheit | 174,24 MW | Messwert |
Die Leistungssumme konnte wegen der Filtermechanik des Registers nicht unabhängig bestätigt werden — nicht widerlegt, nicht bestätigt; die Kapazitätssumme ist geprüft.
Was die Bestandszahl nicht sagt
Einheiten sind keine Projekte — ein Standort kann mehrere Einheiten führen. Enthalten sind auch Speicher an PV-Anlagen, nicht nur Standalone-Großspeicher. Das Register ist Betreiber-Selbstauskunft mit Meldeverzug und belegt den Registerstand, nicht die Vollständigkeit des Marktes. Die Schwelle ist scharf: „über 999 kW“ ergibt 518 Einheiten, „über 1.000 kW“ 486.
Zubau 2025 und 2026
Der Zubau wird über das Inbetriebnahmedatum im Register gezählt, mit denselben Filtern wie der Bestand. 2026 hat bis zum 21. August mehr Leistung und Kapazität zugebaut als das gesamte Jahr 2025.
| Größe | 2025 (Kalenderjahr) | 2026 (01.01.–21.08.) |
|---|---|---|
| Einheiten | 106 | 156 |
| Bruttoleistung | 839,0 MW | 1.561,1 MW |
| Nutzbare Kapazität | 1.707,6 MWh | 3.174,4 MWh |
| Verhältnis Kapazität zu Leistung | 2,04 h | 2,03 h |
| Median je Einheit | 3,2 MW | — |
| Standorte / Betreiber | — | 155 / 137 |
Zwei Befunde stecken in der Tabelle. Erstens: Neue Anlagen sind auf rund zwei Stunden Speicherdauer ausgelegt — der Bestand kommt mit 1,69 Stunden aus einer Zeit, in der Regelleistung mit kurzer Speicherdauer im Vordergrund stand. Zweitens: 65 der 106 Einheiten von 2025 liegen unter 5 MW; die drei größten stellen nur 24 Prozent der Leistung.
| Abrufdatum | Einheiten 2025 | MW | MWh |
|---|---|---|---|
| 01.01.2026 | 82 | 664,3 | 1.331,0 |
| 01.03.2026 | 99 | 792,4 | 1.612,2 |
| 01.06.2026 | 104 | 831,0 | 1.690,7 |
| 22.08.2026 | 106 | 839,0 | 1.707,6 |
Zwischen Januar und August 2026 wuchs die für 2025 registrierte Leistung um 26 Prozent; 20,8 Prozent der 2025er Leistung wurde erst 2026 gemeldet. Für 2026 gilt dasselbe nach unten: Der laufende Wert steigt weiter.
Zahlen aus verschiedenen Abrufdaten sind nicht vergleichbar
Wer Zubauzahlen zitiert, nennt das Abrufdatum. Ohne Datum ist eine Registerzahl nicht reproduzierbar — und ein Vergleich zweier Quellen ohne gleiches Datum misst den Meldeverzug, nicht den Markt.
Was Behörde und Verband zählen
Neben der eigenen Registerabfrage gibt es zwei Auswertungen anderer Stellen — mit anderen Abgrenzungen und Stichtagen, deshalb nicht direkt vergleichbar, aber jede für sich zitierfähig.
| Quelle | Größe | Wert | Stand | Typ |
|---|---|---|---|---|
| Bundesnetzagentur (MaStR-Auswertung) | Batteriegroßspeicher in Betrieb | rund 2,4 GW / rund 3,2 GWh | 15.10.2025 | Messwert |
| Bundesnetzagentur | zusätzlich geplant | rund 5,0 GW / rund 10,4 GWh | 15.10.2025 | Planung — kein Ist-Wert |
| BVES, Branchenanalyse 2026 | Großbatteriespeicher, Bestand Ende 2025 | rund 4 GWh / rund 2,5 GW | 08.05.2026 | Branchenangabe |
| BVES, Branchenanalyse 2026 | Heimspeicher („Haushalt & Gebäude“) | rund 20 GWh / rund 12,5 GW / rund 2,3 Mio. Systeme | 08.05.2026 | Branchenangabe |
| BVES, Branchenanalyse 2026 | Großspeicher, Prognose Ende 2026 | rund 9 GWh / rund 5 GW | 08.05.2026 | Prognose |
Der Vergleich der Segmente stammt aus einer Quelle und einem Stichjahr: Heimspeicher rund 20 GWh gegen Großspeicher rund 4 GWh — Faktor fünf. Die 2,3 Millionen Heimsysteme enthalten Balkonspeicher; der rechnerische Mittelwert von 8,7 kWh je System ist deshalb keine typische Heimspeichergröße. Der MaStR-Wert von 7,15 GWh liegt über den 4 GWh des Verbands — andere Abgrenzung, anderer Stichtag, kein Widerspruch. Mehr zum Unterschied der Segmente: Großspeicher vs. Heimspeicher.
Strompreise am Day-Ahead-Markt
Großhandelspreis der Gebotszone Deutschland/Luxemburg, Day-Ahead, in EUR/MWh — Herausgeber SMARD (Bundesnetzagentur), Datenbasis ENTSO-E. Der Jahresdurchschnitt 2025 lag bei 89,32 EUR/MWh (8.760 Stundenwerte, lückenlos); 2026 liegt der laufende Durchschnitt bis 22.08. bei rund 102,5 EUR/MWh — eigene Berechnung aus 5.615 Stundenwerten, SMARD selbst veröffentlicht ein Jahresaggregat erst nach Jahresende.
| Monat | 2025 | 2026 |
|---|---|---|
| Januar | 114,14 | 110,09 |
| Februar | 128,52 | 96,58 |
| März | 94,73 | 99,29 |
| April | 77,94 | 78,52 |
| Mai | 67,34 | 97,54 |
| Juni | 63,99 | 109,52 |
| Juli | 87,80 | 105,45 |
| August | 76,99 | — |
| September | 83,51 | — |
| Oktober | 84,40 | — |
| November | 101,88 | — |
| Dezember | 93,47 | — |
August 2026 steht in der Quelle noch ohne Wert.
Ein ungewichtetes Stundenmittel ist kein Erlösmaß für einen Speicher — der verdient an der Streuung um den Mittelwert, nicht am Mittelwert. Was daraus für Erlöse folgt, steht in Strompreis-Entwicklung.
| Zählweise | 2025 | Anteil |
|---|---|---|
| Stunden unter 0 EUR/MWh | 573 von 8.760 | 6,54 % |
| Viertelstunden unter 0 EUR/MWh | 2.299 von 35.040 | 6,56 % |
| Stunden bei oder unter 0 EUR/MWh | 655 von 8.760 | 7,48 % |
Der Viertelstunden-Day-Ahead-Handel begann zum Liefertag 01.10.2025; davor wiederholt die Viertelstundenreihe den Stundenpreis. Mai (129) und Juni (141) tragen 270 der 573 negativen Stunden; Februar, November und Dezember 2025 hatten keine. Spannweite 2025: −250,32 bis +583,40 EUR/MWh.
Primärregelleistung (FCR): Leistungspreise
FCR wird in Vier-Stunden-Produkten ausgeschrieben, sechs je Tag; die Quelle nennt den Preis in EUR/MW je Produkt. Ein Jahreswert ist deshalb die Summe über 2.190 Zeitscheiben — wer mit 8.760 Stunden multipliziert, liegt um den Faktor vier zu hoch.
| Größe | Wert | Zeitraum | Typ |
|---|---|---|---|
| Summe der Zuschlagspreise 2025 | 133.041 EUR/MW (= 15,19 EUR/MW/h) | 01.01.–31.12.2025, 2.190 Zeitscheiben | Messwert, eigene Summierung |
| Mittel je Zeitscheibe 2025 | 60,75 EUR/MW (Median 47,86; min 11,08; max 430,86) | 2025 | Messwert |
| Summe 01.01.–21.08.2025 | 92.951 EUR/MW | 233 Tage | Messwert |
| Summe 01.01.–21.08.2026 | 104.355 EUR/MW (+12,3 %) | 233 Tage | Messwert |
| Mittel je Zeitscheibe 2026 | 74,65 EUR/MW (Median 53,28) | 01.01.–21.08.2026 | Messwert |
Die 233-Tage-Fenster sind untereinander vergleichbar, nicht mit dem Volljahr. Zwei Jahre sind kein Trend.
| Monat | 2025 | 2026 |
|---|---|---|
| Januar | 40,01 | 39,20 |
| Februar | 35,62 | 34,39 |
| März | 54,42 | 66,44 |
| April | 81,46 | 91,79 |
| Mai | 105,69 | 92,84 |
| Juni | 81,05 | 96,55 |
| Juli | 67,09 | 88,42 |
| August | 66,61 (31 Tage) | 89,77 (21 Tage) |
| September | ≈ 69,2 | — |
| Oktober | ≈ 62,2 | — |
| November | ≈ 37,7 | — |
| Dezember | ≈ 26,4 | — |
August: 31 gegen 21 Tage — im gleichen Fenster 1.–21.08. lautet der Vorjahreswert 63,61. September bis Dezember 2025 aus EUR/MW/h-Monatswerten zurückgerechnet, deshalb gerundet. November und Dezember liegen bei rund einem Viertel des Mai-Niveaus.
Kein Erlös eines Speichers
Der Jahreswert unterstellt Zuschlag in allen 2.190 Zeitscheiben. Nicht abgezogen sind Zuschlagswahrscheinlichkeit, Präqualifikation, symmetrische Vorhaltung, Nichtverfügbarkeit, Vermarktervergütung und Poolung. Dezember 2025 lag 58 Prozent unter dem Jahresmittel; Einzelscheiben streuen um den Faktor 39. Wie Regelleistung in den Erlösmix eines Speichers eingeht: Wie verdient ein Batteriespeicher Geld?
Netzentgelte: die geltende Regel und ihr Ablaufdatum
Nach § 118 Abs. 6 EnWG sind Batteriespeicher, die innerhalb von 18 Jahren ab dem 4. August 2011 in Betrieb gehen, für 20 Jahre ab Inbetriebnahme von den Netzentgelten befreit — allein für den Bezug der zu speichernden Energie, nicht für die Rückspeisung. Das Fenster für neue Anlagen endet damit im August 2029; die Höhe des vermiedenen Entgelts nennt das Gesetz nicht. Die Bundesnetzagentur hat am 6. August 2026 den Festlegungsentwurf zur Nachfolgeregelung (AgNes) zur Konsultation gestellt: Stellungnahmen bis 18.09.2026, Beschluss noch 2026 vorgesehen, neue Netzentgeltsystematik ab 01.01.2029. Der Entwurf knüpft den Vertrauensschutz an eine endgültige Investitionsentscheidung vor dem 01.01.2027 mit Nachweis bis 31.03.2027 — ein Entwurf, kein Beschluss. Die Einordnung für Investoren steht in Regulierung für Investoren.
| Regel | Wert | Stand | Typ |
|---|---|---|---|
| Netzentgeltbefreiung § 118 Abs. 6 EnWG | 20 Jahre ab Inbetriebnahme · Inbetriebnahme bis August 2029 · nur Bezugsseite | Fassung vom 23.07.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 226), abgerufen 22.08.2026 | geltendes Recht |
| AgNes-Festlegungsentwurf (BNetzA, GBK-25-01-1#3) | Stellungnahmen bis 18.09.2026 · Beschluss 2026 vorgesehen · Wirkung ab 01.01.2029 · Vertrauensschutz bei Investitionsentscheidung vor 01.01.2027, Nachweis bis 31.03.2027 | Entwurf vom 06.08.2026 | Entwurf |
Quellen und Methode
Register: Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur, öffentliche Einheitenübersicht, Filter wie in Abschnitt 1 genannt, Abruf 22.08.2026. Strompreise: SMARD, Day-Ahead Deutschland/Luxemburg, Stundenreihe 2025 und 2026; Monatswerte von SMARD veröffentlicht und aus der Stundenreihe reproduziert; negative Stunden eigene Auszählung. Regelleistung: regelleistung.net, Datacenter, tägliche Zuschlagspreise Primärregelleistung, Regelblock Deutschland; Summen und Mittel eigene Berechnung. Verband und Behörde: BVES Branchenanalyse 2026; Fachseite Stromspeicher der Bundesnetzagentur. Recht: § 118 EnWG in der amtlichen Fassung; AgNes-Festlegungsentwurf der Bundesnetzagentur.
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