Batteriespeicher in Deutschland: die Zahlen 2026
MarktAnalyseStand: September 2026

Batteriespeicher in Deutschland: die Zahlen 2026

Batteriespeicher in Deutschland 2026: Bestand und Zubau (MaStR), Day-Ahead-Preise, negative Stunden, FCR-Preise — jede Zahl mit Quelle und Abrufdatum.

Batteriespeicher-ReportRedaktion

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Quellen(6)

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Marktstammdatenregister standen am 22.08.2026 518 Großbatteriespeicher ab 1 MW mit 7,15 GWh nutzbarer Kapazität und 4,22 GW Leistung in Betrieb.
  • Der Zubau 2026 (bis 21.08.) übertraf mit 1.561 MW und 3.174 MWh bereits das gesamte Jahr 2025 (839 MW, 1.708 MWh); neue Anlagen sind auf rund zwei Stunden ausgelegt.
  • Der Day-Ahead-Preis lag 2025 im Mittel bei 89,32 EUR/MWh, 2026 bislang bei rund 102,5 EUR/MWh; 573 Stunden des Jahres 2025 hatten negative Preise (6,5 Prozent).
  • Die Primärregelleistung (FCR) summierte sich 2025 auf einen Leistungspreis von 133.041 EUR/MW — kein Speichererlös, sondern die Summe aller 2.190 Zuschlagspreise.
  • Die Netzentgeltbefreiung nach § 118 Abs. 6 EnWG gilt 20 Jahre für Anlagen mit Inbetriebnahme bis August 2029; die Nachfolgeregelung AgNes liegt seit 06.08.2026 als Entwurf vor.

Diese Seite versammelt die belegbaren Kennzahlen zum deutschen Batteriespeicher-Markt an einem Ort: Bestand und Zubau aus dem Marktstammdatenregister, Großhandelspreise und negative Stunden aus SMARD, die Leistungspreise der Primärregelleistung von regelleistung.net, dazu die geltende Netzentgeltregel. Jede Zahl trägt Einheit, Zeitraum, Quelle und Abrufdatum — und einen Satz dazu, was sie nicht aussagt. Stand der Erhebung: 22.08.2026; bei jeder Aktualisierung werden die Werte samt Abrufdatum ersetzt.

Was die Zahlen für ein Batteriespeicher-Investment bedeuten, ordnen der Markt-Hub und der Artikel Wie verdient ein Batteriespeicher Geld? ein. Hier stehen nur die Messwerte.

Zitieren erwünscht

Alle Werte dürfen mit Quellenangabe übernommen werden: „Batteriespeicher-Report, Batteriespeicher in Deutschland: die Zahlen, Stand 22.08.2026“. Bei den eigenen Auswertungen (negative Stunden, FCR-Summen) bitte mit dem Zusatz „eigene Auswertung auf Basis von SMARD“ bzw. „… von regelleistung.net“ — die Behörden weisen diese Kennzahlen nicht selbst aus.

Bestand: Großbatteriespeicher im Marktstammdatenregister

Als Großbatteriespeicher gelten nach der Konvention der Bundesnetzagentur Stromspeicher mit einer Bruttoleistung über 999 kW — keine Legaldefinition und keine Registerkategorie, sondern eine Abgrenzung, die beim Zitieren mitgenannt werden muss. Filter im Register: Energieträger Speicher · Speichertechnologie Batterie · Betriebsstatus in Betrieb · Bruttoleistung ab 1 MW.

Bestand in Betrieb, Abruf 22.08.2026
GrößeWertTyp
Einheiten in Betrieb518Messwert (Register)
Nutzbare Speicherkapazität7.146 MWh (7,15 GWh)Messwert
Bruttoleistung, Summe4.224 MW (4,22 GW)Messwert — Prüfung mit Vorbehalt, siehe Hinweis
Verhältnis Kapazität zu Leistung1,69 habgeleitet (7.146 ÷ 4.224)
Größte Einzeleinheit174,24 MWMesswert

Die Leistungssumme konnte wegen der Filtermechanik des Registers nicht unabhängig bestätigt werden — nicht widerlegt, nicht bestätigt; die Kapazitätssumme ist geprüft.

Marktstammdatenregister (Bundesnetzagentur), eigene Abfrage mit den genannten Filtern, abgerufen 22.08.2026.

Was die Bestandszahl nicht sagt

Einheiten sind keine Projekte — ein Standort kann mehrere Einheiten führen. Enthalten sind auch Speicher an PV-Anlagen, nicht nur Standalone-Großspeicher. Das Register ist Betreiber-Selbstauskunft mit Meldeverzug und belegt den Registerstand, nicht die Vollständigkeit des Marktes. Die Schwelle ist scharf: „über 999 kW“ ergibt 518 Einheiten, „über 1.000 kW“ 486.

Zubau 2025 und 2026

Der Zubau wird über das Inbetriebnahmedatum im Register gezählt, mit denselben Filtern wie der Bestand. 2026 hat bis zum 21. August mehr Leistung und Kapazität zugebaut als das gesamte Jahr 2025.

Zubau nach Inbetriebnahmedatum, Abruf 22.08.2026
Größe2025 (Kalenderjahr)2026 (01.01.–21.08.)
Einheiten106156
Bruttoleistung839,0 MW1.561,1 MW
Nutzbare Kapazität1.707,6 MWh3.174,4 MWh
Verhältnis Kapazität zu Leistung2,04 h2,03 h
Median je Einheit3,2 MW
Standorte / Betreiber155 / 137
Marktstammdatenregister (Bundesnetzagentur), eigene Abfrage, abgerufen 22.08.2026.

Zwei Befunde stecken in der Tabelle. Erstens: Neue Anlagen sind auf rund zwei Stunden Speicherdauer ausgelegt — der Bestand kommt mit 1,69 Stunden aus einer Zeit, in der Regelleistung mit kurzer Speicherdauer im Vordergrund stand. Zweitens: 65 der 106 Einheiten von 2025 liegen unter 5 MW; die drei größten stellen nur 24 Prozent der Leistung.

Warum dieselbe Jahreszahl wächst: Meldeverzug
AbrufdatumEinheiten 2025MWMWh
01.01.202682664,31.331,0
01.03.202699792,41.612,2
01.06.2026104831,01.690,7
22.08.2026106839,01.707,6

Zwischen Januar und August 2026 wuchs die für 2025 registrierte Leistung um 26 Prozent; 20,8 Prozent der 2025er Leistung wurde erst 2026 gemeldet. Für 2026 gilt dasselbe nach unten: Der laufende Wert steigt weiter.

Marktstammdatenregister, dieselbe Abfrage zu vier Zeitpunkten.

Zahlen aus verschiedenen Abrufdaten sind nicht vergleichbar

Wer Zubauzahlen zitiert, nennt das Abrufdatum. Ohne Datum ist eine Registerzahl nicht reproduzierbar — und ein Vergleich zweier Quellen ohne gleiches Datum misst den Meldeverzug, nicht den Markt.

Was Behörde und Verband zählen

Neben der eigenen Registerabfrage gibt es zwei Auswertungen anderer Stellen — mit anderen Abgrenzungen und Stichtagen, deshalb nicht direkt vergleichbar, aber jede für sich zitierfähig.

QuelleGrößeWertStandTyp
Bundesnetzagentur (MaStR-Auswertung)Batteriegroßspeicher in Betriebrund 2,4 GW / rund 3,2 GWh15.10.2025Messwert
Bundesnetzagenturzusätzlich geplantrund 5,0 GW / rund 10,4 GWh15.10.2025Planung — kein Ist-Wert
BVES, Branchenanalyse 2026Großbatteriespeicher, Bestand Ende 2025rund 4 GWh / rund 2,5 GW08.05.2026Branchenangabe
BVES, Branchenanalyse 2026Heimspeicher („Haushalt & Gebäude“)rund 20 GWh / rund 12,5 GW / rund 2,3 Mio. Systeme08.05.2026Branchenangabe
BVES, Branchenanalyse 2026Großspeicher, Prognose Ende 2026rund 9 GWh / rund 5 GW08.05.2026Prognose
Bundesnetzagentur, Fachseite Stromspeicher (Seitenstand 17.03.2026); BVES Branchenanalyse 2026, erstellt von 3Energie-Consulting, Zahlen im verlinkten Dokument (S. 8, S. 16).

Der Vergleich der Segmente stammt aus einer Quelle und einem Stichjahr: Heimspeicher rund 20 GWh gegen Großspeicher rund 4 GWh — Faktor fünf. Die 2,3 Millionen Heimsysteme enthalten Balkonspeicher; der rechnerische Mittelwert von 8,7 kWh je System ist deshalb keine typische Heimspeichergröße. Der MaStR-Wert von 7,15 GWh liegt über den 4 GWh des Verbands — andere Abgrenzung, anderer Stichtag, kein Widerspruch. Mehr zum Unterschied der Segmente: Großspeicher vs. Heimspeicher.

Strompreise am Day-Ahead-Markt

Großhandelspreis der Gebotszone Deutschland/Luxemburg, Day-Ahead, in EUR/MWh — Herausgeber SMARD (Bundesnetzagentur), Datenbasis ENTSO-E. Der Jahresdurchschnitt 2025 lag bei 89,32 EUR/MWh (8.760 Stundenwerte, lückenlos); 2026 liegt der laufende Durchschnitt bis 22.08. bei rund 102,5 EUR/MWh — eigene Berechnung aus 5.615 Stundenwerten, SMARD selbst veröffentlicht ein Jahresaggregat erst nach Jahresende.

Monatsdurchschnitte Day-Ahead, EUR/MWh
Monat20252026
Januar114,14110,09
Februar128,5296,58
März94,7399,29
April77,9478,52
Mai67,3497,54
Juni63,99109,52
Juli87,80105,45
August76,99
September83,51
Oktober84,40
November101,88
Dezember93,47

August 2026 steht in der Quelle noch ohne Wert.

SMARD (Bundesnetzagentur), Monatswerte, aus der Stundenreihe unabhängig reproduziert; abgerufen 22.08.2026.

Ein ungewichtetes Stundenmittel ist kein Erlösmaß für einen Speicher — der verdient an der Streuung um den Mittelwert, nicht am Mittelwert. Was daraus für Erlöse folgt, steht in Strompreis-Entwicklung.

Negative Preise 2025
Zählweise2025Anteil
Stunden unter 0 EUR/MWh573 von 8.7606,54 %
Viertelstunden unter 0 EUR/MWh2.299 von 35.0406,56 %
Stunden bei oder unter 0 EUR/MWh655 von 8.7607,48 %

Der Viertelstunden-Day-Ahead-Handel begann zum Liefertag 01.10.2025; davor wiederholt die Viertelstundenreihe den Stundenpreis. Mai (129) und Juni (141) tragen 270 der 573 negativen Stunden; Februar, November und Dezember 2025 hatten keine. Spannweite 2025: −250,32 bis +583,40 EUR/MWh.

Eigene Auswertung auf Basis von SMARD (Bundesnetzagentur), Stundenreihe 2025 — keine von der Behörde ausgewiesene Kennzahl.

Primärregelleistung (FCR): Leistungspreise

FCR wird in Vier-Stunden-Produkten ausgeschrieben, sechs je Tag; die Quelle nennt den Preis in EUR/MW je Produkt. Ein Jahreswert ist deshalb die Summe über 2.190 Zeitscheiben — wer mit 8.760 Stunden multipliziert, liegt um den Faktor vier zu hoch.

FCR-Leistungspreis, Regelblock Deutschland
GrößeWertZeitraumTyp
Summe der Zuschlagspreise 2025133.041 EUR/MW (= 15,19 EUR/MW/h)01.01.–31.12.2025, 2.190 ZeitscheibenMesswert, eigene Summierung
Mittel je Zeitscheibe 202560,75 EUR/MW (Median 47,86; min 11,08; max 430,86)2025Messwert
Summe 01.01.–21.08.202592.951 EUR/MW233 TageMesswert
Summe 01.01.–21.08.2026104.355 EUR/MW (+12,3 %)233 TageMesswert
Mittel je Zeitscheibe 202674,65 EUR/MW (Median 53,28)01.01.–21.08.2026Messwert

Die 233-Tage-Fenster sind untereinander vergleichbar, nicht mit dem Volljahr. Zwei Jahre sind kein Trend.

regelleistung.net, Datacenter — Zuschlagspreise Primärregelleistung, Regelblock Deutschland, tägliche Ausschreibung; eigene Summierung der Tagesergebnisse, abgerufen 22.08.2026.
FCR-Monatsmittel, EUR/MW je Vier-Stunden-Produkt
Monat20252026
Januar40,0139,20
Februar35,6234,39
März54,4266,44
April81,4691,79
Mai105,6992,84
Juni81,0596,55
Juli67,0988,42
August66,61 (31 Tage)89,77 (21 Tage)
September≈ 69,2
Oktober≈ 62,2
November≈ 37,7
Dezember≈ 26,4

August: 31 gegen 21 Tage — im gleichen Fenster 1.–21.08. lautet der Vorjahreswert 63,61. September bis Dezember 2025 aus EUR/MW/h-Monatswerten zurückgerechnet, deshalb gerundet. November und Dezember liegen bei rund einem Viertel des Mai-Niveaus.

regelleistung.net, Datacenter; Monatsmittel der Tagessumme ÷ 6, abgerufen 22.08.2026.

Kein Erlös eines Speichers

Der Jahreswert unterstellt Zuschlag in allen 2.190 Zeitscheiben. Nicht abgezogen sind Zuschlagswahrscheinlichkeit, Präqualifikation, symmetrische Vorhaltung, Nichtverfügbarkeit, Vermarktervergütung und Poolung. Dezember 2025 lag 58 Prozent unter dem Jahresmittel; Einzelscheiben streuen um den Faktor 39. Wie Regelleistung in den Erlösmix eines Speichers eingeht: Wie verdient ein Batteriespeicher Geld?

Netzentgelte: die geltende Regel und ihr Ablaufdatum

Nach § 118 Abs. 6 EnWG sind Batteriespeicher, die innerhalb von 18 Jahren ab dem 4. August 2011 in Betrieb gehen, für 20 Jahre ab Inbetriebnahme von den Netzentgelten befreit — allein für den Bezug der zu speichernden Energie, nicht für die Rückspeisung. Das Fenster für neue Anlagen endet damit im August 2029; die Höhe des vermiedenen Entgelts nennt das Gesetz nicht. Die Bundesnetzagentur hat am 6. August 2026 den Festlegungsentwurf zur Nachfolgeregelung (AgNes) zur Konsultation gestellt: Stellungnahmen bis 18.09.2026, Beschluss noch 2026 vorgesehen, neue Netzentgeltsystematik ab 01.01.2029. Der Entwurf knüpft den Vertrauensschutz an eine endgültige Investitionsentscheidung vor dem 01.01.2027 mit Nachweis bis 31.03.2027 — ein Entwurf, kein Beschluss. Die Einordnung für Investoren steht in Regulierung für Investoren.

RegelWertStandTyp
Netzentgeltbefreiung § 118 Abs. 6 EnWG20 Jahre ab Inbetriebnahme · Inbetriebnahme bis August 2029 · nur BezugsseiteFassung vom 23.07.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 226), abgerufen 22.08.2026geltendes Recht
AgNes-Festlegungsentwurf (BNetzA, GBK-25-01-1#3)Stellungnahmen bis 18.09.2026 · Beschluss 2026 vorgesehen · Wirkung ab 01.01.2029 · Vertrauensschutz bei Investitionsentscheidung vor 01.01.2027, Nachweis bis 31.03.2027Entwurf vom 06.08.2026Entwurf
gesetze-im-internet.de, § 118 EnWG; Bundesnetzagentur, Große Beschlusskammer Energie, Festlegungsentwurf AgNes und Pressemitteilung vom 06.08.2026.

Quellen und Methode

Register: Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur, öffentliche Einheitenübersicht, Filter wie in Abschnitt 1 genannt, Abruf 22.08.2026. Strompreise: SMARD, Day-Ahead Deutschland/Luxemburg, Stundenreihe 2025 und 2026; Monatswerte von SMARD veröffentlicht und aus der Stundenreihe reproduziert; negative Stunden eigene Auszählung. Regelleistung: regelleistung.net, Datacenter, tägliche Zuschlagspreise Primärregelleistung, Regelblock Deutschland; Summen und Mittel eigene Berechnung. Verband und Behörde: BVES Branchenanalyse 2026; Fachseite Stromspeicher der Bundesnetzagentur. Recht: § 118 EnWG in der amtlichen Fassung; AgNes-Festlegungsentwurf der Bundesnetzagentur.

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