Der Grenzsteuersatz bleibt für Gutverdiener konstant bei 42 % — was sich verschiebt, sind die Schwellen und damit die Gesamtbelastung. Für Timing-Entscheidungen (Einkünfte oder Abzüge in ein bestimmtes Jahr legen) lohnt der Blick auf alle drei Jahre im Rechner.
Wofür Sie den Grenzsteuersatz konkret brauchen
Investitionen bewerten: Für überschaubare Abzüge spart jeder Euro ungefähr Ihren Grenzsteuersatz: 10.000 € AfA bei 42 % also rund 4.200 €, inklusive Soli bis zu 4.700 €. Der AfA-Rechner liefert die Abzugsbeträge, Ihr Grenzsatz macht daraus Euro.
IAB-Planung: Der Investitionsabzugsbetrag zieht 50 % der geplanten Investition vorab ab (Abzug max. 200.000 €). Bei großen Abzügen greift die Faustformel Abzug × Grenzsteuersatz aber zu hoch, weil der Abzug mehrere Tarifzonen durchläuft. Der Rechner oben ermittelt die Ersparnis deshalb exakt als Differenz der Steuerbelastung: Bei 200.000 € zvE und 100.000 € Abzug sind das 44.756 € inklusive Soli, bei 80.000 € zvE nur 22.716 € — denn mehr als die eigene Steuerlast lässt sich nie sparen.
Zusatzeinkommen einordnen: Ob sich ein Auftrag, eine Ausschüttung oder ein Nebenerwerb lohnt, entscheidet der Satz auf genau diese zusätzlichen Euro — nicht der Durchschnitt. Die Betrags-Funktion im Rechner liefert dafür den exakten Euro-Wert inklusive Soli, in beide Richtungen. Welche Hebel den Satz selbst senken, zeigen die Ratgeber Spitzensteuersatz senken und Steuern sparen als Selbstständiger.
Annahmen und Grenzen dieses Rechners
Der Rechner arbeitet mit dem zu versteuernden Einkommen — nicht mit dem Bruttogehalt; den belastbarsten Wert liefert Ihr letzter Steuerbescheid. Nicht abgebildet sind Kirchensteuer, der Progressionsvorbehalt für Lohnersatzleistungen (etwa Arbeitslosengeld), Kapitalerträge mit Abgeltungsteuer sowie Gewerbesteuer-Effekte. Der IAB-Wert unterstellt ausreichenden betrieblichen Gewinn und die Voraussetzungen des § 7g EStG. Für die verbindliche Planung gehört das Ergebnis in die Hand Ihres Steuerberaters.