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Luftbild einer riesigen Speicheranlage in der Abenddämmerung: gerasterte Reihen bläulich schimmernder Container erstrecken sich bis zum Horizont einer weiten Ebene.
AktuellesNewsStand: Juli 2026

Gigawatt-Klasse erreicht: BW ESS beginnt Bau von 1.000-MW-Speicher mit 5.700 MWh in Sachsen-Anhalt

BW ESS hat am 01.07.2026 in Klostermansfeld (Sachsen-Anhalt) den Bau eines Batteriespeichers mit 1.000 MW Leistung und bis zu 5.700 MWh Kapazität begonnen — das größte Speicherprojekt, das je in Deutschland in Bau gegangen ist.

Batteriespeicher-ReportRedaktion

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Das Wichtigste in Kürze

  • BW ESS hat am 1. Juli 2026 in Klostermansfeld den Spatenstich für einen Batteriespeicher mit 1.000 MW Leistung und bis zu 5.700 MWh Kapazität gesetzt — rechnerisch 5,7 Stunden Volllast-Entladung
  • Es ist das erste Batteriespeicher-Projekt der Gigawatt-Klasse, das in Deutschland tatsächlich in Bau gegangen ist (Recherche-Stand 02.07.2026) — geplante Inbetriebnahme 2028
  • Der Speicher kann rund 3 Millionen Haushalte mindestens 4 Stunden versorgen und hängt am Höchstspannungs-Umspannwerk Klostermansfeld
  • Mit 5,7 Stunden Speicherdauer setzt das Projekt auf lange Entladezyklen — ein Signal, dass sich Erlösmodelle jenseits der kurzen Arbitrage-Fenster rechnen

Der deutsche Speichermarkt hat eine neue Größenordnung erreicht: BW ESS hat am 1. Juli 2026 in Klostermansfeld (Landkreis Mansfeld-Südharz, Sachsen-Anhalt) offiziell den Bau eines Batteriespeichers mit 1.000 Megawatt Leistung und bis zu 5.700 Megawattstunden Kapazität begonnen. Nach Unternehmensangaben entsteht damit „eines der größten Batteriespeicher-Projekte Europas" — und nach unserem Recherche-Stand (02.07.2026) das erste Projekt der Gigawatt-Klasse, das in Deutschland tatsächlich in Bau gegangen ist. Zum Spatenstich kamen neben BW-ESS-Executive-Director Roberto Jiménez auch Sachsen-Anhalts Energieminister und stellvertretender Ministerpräsident Prof. Dr. Armin Willingmann sowie Klostermansfelds Bürgermeister Frank Ochsner.

Die Dimension: 5,7 Stunden Volllast statt kurzer Spitzen

Bemerkenswerter als die schiere Leistung ist das Verhältnis von Kapazität zu Leistung: 5.700 MWh bei 1.000 MW ergeben rechnerisch 5,7 Stunden Volllast-Entladung. Zum Vergleich: Die meisten deutschen Großspeicher der letzten Jahre wurden mit 1 bis 2 Stunden Speicherdauer gebaut, ausgelegt auf kurze Arbitrage-Fenster und Regelleistung.

Laut BW ESS kann die Anlage rund 3 Millionen deutsche Haushalte mindestens 4 Stunden mit Strom versorgen. Ein Speicher dieser Bauart zielt auf die längeren Verlagerungsfenster — etwa das komplette Verschieben des solaren Mittagstals in die Abend- und Nachtstunden. Dass ein kommerzieller Betreiber diese Auslegung wählt, ist ein Signal an den Markt: Die Erlösmodelle tragen inzwischen auch lange Entladezyklen, nicht nur das schnelle Spiel mit der Tagesspreizung.

Wer ist BW ESS?

BW ESS ist der Batteriespeicher-Arm der BW Group, eines globalen Schifffahrts- und Energieinfrastruktur-Konzerns. Das Unternehmen betreibt nach eigenen Angaben weltweit über 540 MWh und hat rund 11 GWh im Bau; aktive Märkte sind neben Deutschland Großbritannien, Australien, Italien, Spanien und Schweden. In Deutschland arbeitet BW ESS seit 2025 mit dem Entwickler Zelos Energy Developments an einer Pipeline von 1,5 GW — das Projekt Klostermansfeld stammt aus dieser Zusammenarbeit; Anfang 2026 übernahm BW ESS die vollständige Kontrolle. „Der Batteriespeicher Klostermansfeld wird unser erstes deutsches Asset sein, das in den Bau geht", so Jiménez.

EckdatumWert
Leistung1.000 MW
Kapazitätbis zu 5.700 MWh (≈ 5,7 h Volllast)
StandortKlostermansfeld, Sachsen-Anhalt
NetzanschlussHöchstspannungs-Umspannwerk Klostermansfeld
Spatenstich01.07.2026
Geplante Inbetriebnahme2028
EigentümerBW ESS (BW Group), entwickelt mit Zelos Energy Developments

Einordnung: Das Rennen um die Gigawatt-Klasse

Klostermansfeld setzt sich an die Spitze eines Feldes, das sich seit Monaten formiert: Die LEAG plant in Jänschwalde und Boxberg Speicher mit zusammen 5.600 MWh — dort steht der Baustart des 1.000-MW-Blocks aber noch aus. Im nahen Förderstedt errichtet Eco Stor derzeit 716 MWh. Sachsen-Anhalt entwickelt sich damit zum dichtesten Großspeicher-Cluster des Landes: günstiges Bauland, starke Höchstspannungsknoten und viel Wind- und Solarstrom in der Umgebung.

Auffällig an der Projektkommunikation: Weder EPC-Partner noch Batterielieferant noch Investitionssumme wurden genannt — auch die Erlösstrategie lässt BW ESS offen. Was feststeht: Das Unternehmen hat sein bisheriges Portfolio nach Angaben der Fachpresse ohne externe Projektfinanzierung errichtet.

Was das für private Speicher-Investoren bedeutet

Der Einstieg internationaler Infrastruktur-Konzerne in deutsche Gigawatt-Projekte bestätigt die Asset-Klasse — und verschärft zugleich den Wettbewerb um Erlöse. Ein 5.700-MWh-Speicher am selben Regelenergie- und Spotmarkt verändert die Preisbildung, auf die auch kleinere IAB-Projekte kalkulieren. Die Q1-Analyse zum Erlösdruck zeigt die Mechanik; wie robust ein Angebot gegen sinkende Spreads gerechnet ist, prüft der Rendite-Rechner.

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