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AktuellesNewsStand: Juni 2026

EPEX-Marktbericht Mai 2026: Base steigt auf 97,54 €/MWh, Rekord-Tagesspreizung von 733 €/MWh am 1. Mai

Day-Ahead-Durchschnitt Mai 2026: 97,54 €/MWh (+24,2 % vs. April). Am 1. Mai fiel der Preis auf −499,99 €/MWh — Tagesspreizung 733 €/MWh. Der Peak-Preis liegt erstmals deutlich unter Base, und seit Ende Mai gilt die neue Preisuntergrenze von −600 €/MWh.

Batteriespeicher-ReportRedaktion

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Das Wichtigste in Kürze

  • Day-Ahead-Monatsmittel Mai 2026: 97,54 €/MWh — plus 24,2 Prozent gegenüber April (78,52 €/MWh)
  • Der Peak-Preis (75,47 €/MWh) liegt unter dem Base-Preis: Die PV-Einspeisung drückt die Mittagsstunden inzwischen unter das Nachtniveau — Solar-Kannibalisierung in Reinform
  • Am 1. Mai fiel der Preis auf −499,99 €/MWh (13:15–14:30 Uhr), das Tagesmittel lag bei −2,08 €/MWh; die Tagesspreizung von 732,98 €/MWh ist ein Bestwert für Speicher-Arbitrage
  • Seit dem Liefertag 29.05.2026 gilt an der Börse eine neue Preisuntergrenze von −600 €/MWh — ausgelöst durch die Extremereignisse Ende April

Der deutsche Day-Ahead-Markt hat sich im Mai 2026 von seinem April-Tief erholt — und gleichzeitig das extremste Preisereignis des Jahres produziert. Der Monatsdurchschnitt (PHELIX DE Base) stieg laut EPEX-Monatsbericht auf 97,54 €/MWh, ein Plus von 24,2 Prozent gegenüber den 78,52 €/MWh aus dem April-Bericht. Für Speicher-Investoren steckt die eigentliche Nachricht aber in zwei anderen Zahlen: der Rekord-Tagesspreizung vom 1. Mai und dem Peak-Preis, der inzwischen unter dem Base-Preis liegt.

1. Mai: −499,99 €/MWh und eine Spreizung von 733 €/MWh

Am Feiertag (Freitag, 1. Mai) lief die Konstellation zusammen, die Extreme produziert: 45,5 GW Solareinspeisung trafen um 13:15 Uhr auf nur 42,0 GW Last — bei schwachem Wind von rund 1,5 GW onshore. Die Residuallast rutschte auf minus 5,2 GW, die erneuerbare Erzeugung erreichte 125 Prozent des Verbrauchs. Das Ergebnis an der Börse:

  • −499,99 €/MWh in fünf aufeinanderfolgenden Viertelstunden (13:15–14:30 Uhr) — nur einen Cent über der damals geltenden Preisuntergrenze und einen Cent über dem Allzeittief von −500,00 €/MWh vom 02.07.2023
  • Tagesmittel −2,08 €/MWh — der gesamte Handelstag im Schnitt negativ
  • Tageshoch 232,99 €/MWh am Abend → Tagesspreizung 732,98 €/MWh

Für einen Batteriespeicher war der 1. Mai damit der lukrativste Arbitrage-Tag des bisherigen Jahres: Wer in der Mittagsspitze fürs Laden bezahlt wurde und am Abend einspeiste, nahm auf einem einzigen Zyklus ein Vielfaches eines normalen Handelstags ein. Die durchschnittliche Tagesspreizung lag im Mai bei 207,94 €/MWh — das Niveau, auf dem die Arbitrage-Kalkulation von Speicherprojekten real arbeitet.

Peak unter Base: Die Solar-Kannibalisierung ist messbar

Die zweite strukturelle Auffälligkeit des Monats: Der Peak-Preis (Lieferung 8–20 Uhr) lag mit 75,47 €/MWh deutlich unter dem Base-Preis von 97,54 €/MWh. Was früher die teuerste Tageszeit war, ist durch die PV-Einspeisung zur billigsten geworden — die klassische Merit-Order hat sich in den Mittagsstunden umgekehrt.

Warum Peak < Base die Kernthese des Speicher-Investments bestätigt

Je stärker PV die Mittagspreise drückt, desto größer wird die Differenz zwischen Mittagstal und Abendspitze — und genau diese Differenz ist der Rohertrag eines Batteriespeichers. Die Kannibalisierung, die Solarpark-Renditen belastet, ist spiegelbildlich der Erlöstreiber der Speicher. Wer beide Anlagenklassen vergleicht, findet die Einordnung im Technologie-Vergleich.

Negative Preise: Weniger als im April — aber tiefer

Im Mai registrierte der Markt 315 negative Viertelstunden (78,75 Stunden-Äquivalent, 77 Stunden mit negativem Stundenmittel). Das ist deutlich weniger als im extremen April (492 Viertelstunden), aber die Ausschläge wurden schärfer — siehe 1. Mai. Zur Halbjahresmarke steht der Zähler bei 299 Stunden mit negativem Stundenmittel.

Die Reaktion der Börse folgte Ende Mai: Wegen der Preisereignisse vom 25. und 30. April senkte die Marktkopplung SDAC die harmonisierte Preisuntergrenze von −500 auf −600 €/MWh — wirksam seit dem Liefertag 29.05.2026. Der Mechanismus ist automatisch: Fällt der Preis binnen 30 Tagen mehrfach unter 70 Prozent des bisherigen Minimums, weitet die Börse den Preisrahmen um 100 Euro. Nach unten ist damit wieder Platz — der nächste 1.-Mai-Moment kann teurer werden für alle, die dann einspeisen müssen.

Die Monatszahlen im Überblick

KennzahlMai 2026April 2026
Day-Ahead Base (Monatsmittel)97,54 €/MWh78,52 €/MWh
Day-Ahead Peak75,47 €/MWh
Negative Viertelstunden315492
Tiefster Preis−499,99 €/MWh (01.05.)−400,00 €/MWh
Maximale Tagesspreizung732,98 €/MWh (01.05.)572 €/MWh
Ø Tagesspreizung207,94 €/MWh
Handelsvolumen DE-LU Day-Ahead25.549 GWh

Methodik: Alle Preisdaten aus den Viertelstunden-Rohdaten der Bundesnetzagentur (SMARD), quergeprüft gegen Energy-Charts (Fraunhofer ISE) und den EPEX-Monatsbericht vom 03.06.2026. Der Day-Ahead-Handel läuft seit Oktober 2025 in 15-Minuten-Einheiten; Zeitangaben in MESZ.

Einordnung für Investoren

Der Mai bestätigt das Muster der letzten Monate: Steigende Durchschnittspreise und wachsende Spreizung zugleich. Für die Erlösseite eines Batteriespeichers zählt fast ausschließlich die zweite Größe — und die entwickelt sich strukturell nach oben, weil jeder zusätzliche Solarpark das Mittagstal vertieft. Zugleich zeigt der Blick auf den 28. Mai (Monatshöchstpreis 468,31 €/MWh um 20:30 Uhr), dass auch die Abendspitzen schärfer werden.

Wer Angebote für Batteriespeicher-Investments prüft, sollte die dort hinterlegten Spread-Annahmen gegen diese Ist-Zahlen halten: Eine Kalkulation, die mit dauerhaften Mai-Extremen rechnet, ist so unseriös wie eine, die die strukturelle Spreizungs-Ausweitung ignoriert. Orientierung bietet der Rendite-Rechner im Risiko-Hub.

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