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Ein Umspannwerk mit Freileitungsmasten als Silhouette vor einem tiefroten Sonnenuntergang, im Dunst die Umrisse einer Stadt.
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EPEX-Marktbericht Juni 2026: Hitzewelle treibt Abendpreise auf 747 €/MWh — Spreizung erreicht neues Normalniveau

Day-Ahead-Durchschnitt Juni 2026: 109,52 €/MWh (+12,3 % vs. Mai). Die früheste lange Hitzewelle seit Messbeginn trieb die Abendspitze am 24.06. auf 747,10 €/MWh — die durchschnittliche Tagesspreizung stieg auf 240 €/MWh.

Batteriespeicher-ReportRedaktion

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Das Wichtigste in Kürze

  • Day-Ahead-Monatsmittel Juni: 109,52 €/MWh — plus 12,3 Prozent gegenüber Mai und nur knapp unter dem Januar-Wert; der zweitteuerste Monat des Jahres
  • Die früheste lange Hitzewarnperiode seit Systemstart 2005 (DWD) trieb die Abendspitzen: Höchstpreis 747,10 €/MWh am 24.06. um 20:45 Uhr
  • Die durchschnittliche Tagesspreizung stieg auf 240,12 €/MWh (Mai: 207,94) — der Erlöshebel für Speicher wächst den dritten Monat in Folge
  • Nur noch 199 negative Viertelstunden (Mai: 315), konzentriert auf sonnige Wochenenden — das Sommermuster verschiebt sich von Negativpreisen zu Hitze-Peaks

Der Juni 2026 hat dem deutschen Day-Ahead-Markt beides beschert: den zweitteuersten Monat des Jahres und die schärfsten Abendspitzen. Das Monatsmittel stieg auf 109,52 €/MWh — plus 12,3 Prozent gegenüber Mai (97,54 €/MWh, Mai-Bericht) und nur knapp unter dem Januar-Wert von 110,09 €/MWh. Getrieben wurde der Monat vom Wetter: Der Deutsche Wetterdienst registrierte den zweitwärmsten Juni seit Messbeginn (19,5 °C Mittel, nur 2019 war wärmer) und verhängte ab dem 18. Juni die früheste lange Hitzewarnperiode seit Start des Warnsystems 2005 — rund zwölf Tage am Stück, mit einem Allzeit-Temperaturrekord von 41,7 °C am 28. Juni in Brandenburg.

Alle Preiswerte aus den Viertelstunden-Rohdaten der Bundesnetzagentur (SMARD) berechnet und gegen Energy-Charts (Fraunhofer ISE) sowie den EPEX-Monatsbericht quergeprüft.

Der 24. Juni: 747 €/MWh in der Abendrampe

Die Hitzewoche ab dem 22. Juni produzierte die teuersten Stunden des Jahres. Am Mittwoch, 24. Juni, kletterte der Preis in der Viertelstunde ab 20:45 Uhr auf 747,10 €/MWh; die Stunden ab 20 und 21 Uhr notierten im Mittel bei 665,82 und 660,16 €/MWh. Das Muster wiederholte sich am 23. und 30. Juni mit Abendspitzen über 500 €/MWh — insgesamt lagen 76 Viertelstunden des Monats über 300 €/MWh.

Die Mechanik dahinter: Klimatisierungslast hält die Nachfrage bis in den Abend hoch, während die PV-Einspeisung nach Sonnenuntergang wegbricht — die Abendrampe wird steiler und teurer. Für Batteriespeicher ist genau diese Rampe das Erlösfenster: mittags laden, in die teuersten Abend-Viertelstunden entladen.

Spreizung: Drittes Plus in Folge

KennzahlJuni 2026Mai 2026April 2026
Day-Ahead Base (Monatsmittel)109,52 €/MWh97,54 €/MWh78,52 €/MWh
Ø Tagesspreizung240,12 €/MWh207,94 €/MWh
Max. Tagesspreizung682,85 €/MWh (24.06.)732,98 €/MWh (01.05.)572 €/MWh
Höchstpreis747,10 €/MWh (24.06.)468,31 €/MWh
Tiefstpreis−52,99 €/MWh (13.06.)−499,99 €/MWh−400,00 €/MWh
Negative Viertelstunden199315492

Die durchschnittliche Tagesspreizung von 240,12 €/MWh ist die eigentliche Nachricht des Monats: Sie liegt zum dritten Mal in Folge über dem Vormonat. Während im Frühjahr die tiefen Mittagstäler die Spreizung trieben (Extremfall: der 1. Mai), übernahmen im Juni die hohen Abendspitzen — die Spreizung hat damit zwei unabhängige Treiber, die sich saisonal abwechseln. Genau diese Doppelstruktur macht das Arbitrage-Geschäftsmodell robuster, als es ein einzelner Sondereffekt wäre.

Negative Preise: Sommerpause mit Wochenend-Ausnahme

Nur 199 negative Viertelstunden verzeichnete der Juni (Mai: 315, April: 492) — konzentriert auf sonnige Wochenenden mit schwacher Industrienachfrage: Am Sonntag, 14. Juni, waren es 44, am Samstag, 13. Juni, 41 negative Viertelstunden mit dem Monatstief von −52,99 €/MWh. An Werktagen absorbierten Nachfrage und Hitze-Klimatisierung das Solarangebot fast vollständig.

Die günstigsten Tage des Monats waren entsprechend allesamt Wochenendtage (Tagesmittel am 14.06.: 25,12 €/MWh), die teuersten die Hitze-Werktage (24.06.: 207,84 €/MWh) — eine Differenz der Tagesmittel von Faktor acht innerhalb von zehn Tagen.

Einordnung für Investoren

Der Juni liefert das Sommer-Gegenstück zur Frühjahrs-These: Die Spreizung wächst nicht nur durch billige Mittagsstunden, sondern zunehmend durch teure Abendstunden — und Hitzesommer verstärken diesen Effekt strukturell. Am Handelsvolumen zeigt sich zugleich die Professionalisierung des Marktes: EPEX meldet für den Juni ein Rekordvolumen im kontinuierlichen Intraday-Handel in Deutschland, dem Markt, in dem Speicher ihre Flexibilität am feinsten vergolden.

Für die Angebotsprüfung gilt unverändert: Spread-Annahmen im Prospekt gegen die Ist-Reihe halten (April 78 → Mai 98 → Juni 110 €/MWh Base; Spreizung 208 → 240 €/MWh) — und dabei dem Rendite-Rechner auch ein Szenario mit rückläufigen Spreads gönnen. Der Juni war spreizungsfreundlich; ein milder, windreicher Herbst sieht anders aus.

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