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AktuellesNewsStand: Juli 2026

MaStR-Auswertung: 452 MW neue Großspeicher in Q2 2026 — mehr als das Vierfache des Vorjahres

Unsere Auswertung des Marktstammdatenregisters: 53 neue Batterie-Großspeicher mit 452 MW und 920 MWh gingen in Q2 2026 in Betrieb — das 4,3-Fache des Vorjahresquartals. Der Juni war der stärkste Monat, Niedersachsen führt vor Sachsen-Anhalt und Bayern.

Batteriespeicher-ReportRedaktion

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Das Wichtigste in Kürze

  • In Q2 2026 gingen laut Marktstammdatenregister 53 Batterie-Großspeicher (≥ 1 MW) mit 452 MW Leistung und 920 MWh Kapazität in Betrieb — das 4,3-Fache des Vorjahresquartals
  • Die Halbjahresbilanz: 946 MW und knapp 2 GWh neue Großspeicher — plus 150 Prozent Leistung gegenüber H1 2025; der Juni war mit 249 MW der stärkste Einzelmonat
  • Niedersachsen führt im Quartal (119 MW) vor Sachsen-Anhalt (102 MW) und Bayern (94 MW); größte Neuanlagen sind Alfeld (53,5 MW), Leuna 3+4 (2× 51 MW) und Beilrode II (45 MW)
  • Der Bestand an Großspeicher-Einheiten erreicht 3,6 GW / 5,9 GWh — die Q2-Zahlen sind wegen Meldeverzug vorläufig und dürften noch leicht steigen

Der Großspeicher-Boom hat sich im zweiten Quartal fortgesetzt: 53 Batteriespeicher-Einheiten ab 1 MW mit zusammen 452,1 MW Leistung und 920,2 MWh Kapazität gingen zwischen April und Juni 2026 in Deutschland in Betrieb. Das zeigt unsere Auswertung des Marktstammdatenregisters (MaStR) der Bundesnetzagentur, Abrufstand 2. Juli. Gegenüber dem zweiten Quartal 2025 (105,6 MW) hat sich der Leistungszubau damit mehr als vervierfacht.

Die Zahlen im Quartalsvergleich

ZeitraumEinheiten ≥ 1 MWLeistungKapazität
Q2 202653452,1 MW920,2 MWh
Q1 202653494,1 MW1.043,9 MWh
Q2 202520105,6 MW231,1 MWh
Q1 202519272,9 MW466,1 MWh

Die Halbjahresbilanz 2026: 946 MW und 1.964 MWh — gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 ein Plus von 150 Prozent bei der Leistung und 182 Prozent bei der Kapazität. Gegenüber dem Rekord-Q1 liegt das zweite Quartal zwar leicht zurück (−8,5 Prozent) — der Juni war mit 20 Einheiten und 248,6 MW aber der stärkste Einzelmonat des Halbjahres, und die Juni-Werte wachsen durch Nachmeldungen erfahrungsgemäß noch (siehe Methodik unten).

Unsere Zahlen decken sich mit der Verbandsstatistik: Der BSW-Solar meldete am 23. Juni für Januar bis Mai rund 1,5 GWh neue Großspeicher — mehr als das Vierfache des Vorjahreszeitraums. Unsere MaStR-Summe für denselben Zeitraum ergibt 1,47 GWh.

Wo gebaut wird: Niedersachsen vorn, Sachsen-Anhalt mit den Brocken

Im Quartal führt Niedersachsen (119,3 MW aus 14 Einheiten) vor Sachsen-Anhalt (101,9 MW aus nur 2 Einheiten) und Bayern (94,4 MW aus 17 Einheiten). Das Muster: Im Norden und Osten entstehen wenige, große Anlagen an starken Netzknoten; in Bayern viele mittelgroße, oft als Kombination mit Solarparks — passend zur Bayern-Dominanz in der Innovationsausschreibung.

Die größten Neuzugänge des Quartals:

ProjektMW / MWhStandortIn Betrieb seit
Großbatteriespeicher Alfeld (1. Abschnitt)53,5 / 109,7Niedersachsen01.06.2026
BESS Leuna 350,9 / 101,6Sachsen-Anhalt01.06.2026
BESS Leuna 450,9 / 101,6Sachsen-Anhalt04.06.2026
Beilrode II (Co-Location, laut MaStR)44,7 / 89,4Sachsen01.06.2026
BESS Balzhausen 238,3 / 83,4Bayern27.04.2026

In Alfeld ist bisher nur der erste Abschnitt des 137,5-MW-Gesamtprojekts registriert; die Leuna-Blöcke der Münch-Energie-Gruppe werden laut Vermarktungsmeldung von Entelios und Enspired bewirtschaftet. Der Förderstedt-Speicher (300 MW) taucht in dieser Statistik übrigens noch nicht auf — er geht erst ab dem zweiten Halbjahr ans Netz, ebenso wie die Gigawatt-Projekte im Bau.

Der kumulierte Bestand an Batterie-Großspeicher-Einheiten (≥ 1 MW, in Betrieb) erreicht nach unserer Zählung 466 Einheiten mit 3,61 GW und 5,93 GWh.

Methodik und Transparenz

Wir haben die öffentliche MaStR-Einheitenübersicht nach Batteriespeichern mit mindestens 1 MW Bruttoleistung und Inbetriebnahme im jeweiligen Quartal gefiltert und um offensichtliche Falschmeldungen bereinigt (im Q2 z. B. sechs Einheiten mit zusammen 31 MW gemeldeter Leistung, bei denen es sich erkennbar um kW/MW-Eingabefehler von Heimspeichern handelt). Zwei Einschränkungen gehören dazu:

  1. Meldeverzug: Betreiber haben einen Monat Meldefrist. Die Q1-Werte wuchsen zwischen Ende April und Anfang Juli um rund 6 Prozent nach — für den Juni 2026 ist Ähnliches zu erwarten. Die Q2-Zahlen sind also eine Untergrenze.
  2. Definitionsabhängigkeit: Andere Auswertungen (etwa Battery-Charts der RWTH Aachen) grenzen Großspeicher anders ab und schätzen Nachmeldungen — die Größenordnungen und Wachstumsraten decken sich, die Absolutwerte weichen definitionsbedingt leicht ab.

Was der Rekordzubau für die Renditerechnung heißt

Fast eine Verdreifachung des Bestands innerhalb von achtzehn Monaten ist für Investoren eine doppelte Botschaft. Sie belegt die Reife der Asset-Klasse — Netzanschlüsse, Finanzierung und Vermarktung funktionieren inzwischen in Serie. Aber jedes zusätzliche Megawatt lädt mittags im selben Preistal und entlädt abends in dieselbe Rampe: Der Zubau konkurriert um die Spreads, aus denen sich die Renditen speisen. Die Q1-Analyse zum Erlösdruck beschreibt die Mechanik; bei der Angebotsprüfung gehört ein Spread-Kompressions-Szenario deshalb in jede seriöse Kalkulation — der Rendite-Rechner rechnet es durch.

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