Batteriespeicher-Index: Erlösindizes von Enervis, Suena, Modo und ISEA im Vergleich

Batteriespeicher-Index im Vergleich: Was Enervis, Suena, Modo und ISEA messen, warum ihre Werte abweichen und wie Sie eine Erlösannahme dagegen prüfen.

Weißer Container aus Karton mit offener Tür vor gelbem Hintergrund, über rote und schwarze Messkabel mit vier alten Messgeräten verbunden, deren Zeiger jeweils einen anderen Wert anzeigen. KI-Illustration.
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die vier Erlösindizes modellieren Großspeicher mit unterschiedlichen Märkten, Zyklen und Annahmen; deshalb können sie gegensätzliche Entwicklungen zeigen.
  • Indexwerte belegen keine abgerechneten Erlöse; Betriebskosten und Vermarktervergütung sind nicht als Abzüge ausgewiesen, und kleine Speicher sind nicht direkt vergleichbar.
  • Prüfen Sie Zeitraum, Einheit und Anlagengröße einer Erlösannahme; ein aufs Jahr hochgerechneter Monatswert ersetzt keine vollständige Jahresrechnung.
In diesem Artikel10 Kapitel

Den einen Batteriespeicher-Index gibt es nicht. Vier Häuser veröffentlichen regelmäßig, was ein Großbatteriespeicher in Deutschland an den Strom- und Regelleistungsmärkten rechnerisch hätte erlösen können: die Beratung Enervis, der Speichervermarkter Suena Energy, der Benchmark-Anbieter Modo Energy und das Institut ISEA der RWTH Aachen. Keiner der vier ist amtlich. Oft ist auch vom BESS-Index die Rede — BESS steht für Battery Energy Storage System.

Die zuletzt veröffentlichten Werte:

  • Enervis, August 2026: rund 16.770 EUR je MW im Monat — 28 Prozent mehr als im August 2025
  • Suena, August 2026: 25.300 EUR je MW im Monat — kein Vorjahresvergleich veröffentlicht
  • Modo Energy, September 2026: 215.000 EUR je MW, aufs Jahr gerechnet — 39 Prozent weniger als im September 2025
  • ISEA (RWTH Aachen), August 2026: rund 210.000 EUR je MW, aufs Jahr gerechnet — 8 Prozent weniger als im August 2025

Den September haben Enervis und Suena noch nicht veröffentlicht, und der September-Wert des ISEA stützt sich bisher erst auf 13 von 30 Tagen; bei diesen dreien steht deshalb noch der August.

Für August 2026, den letzten Monat mit Werten aller vier Häuser, meldet Enervis ein Plus von 28 Prozent zum Vorjahresmonat, Modo Energy ein Minus von 15 Prozent — derselbe Monat, derselbe Markt. Der Unterschied kann nur aus den Rechnungen kommen: Anlagengröße, Zyklen, einbezogene Märkte, Vorausschau und Einheit. Diese Seite stellt die vier Rechnungen nebeneinander, erklärt die Unterschiede und zeigt, wie sich die Erlösannahme eines Angebots dagegen prüfen lässt. Stand: 15.10.2026.

Modellwerte, keine erzielten Erlöse

Jeder Indexwert auf dieser Seite beschreibt, was ein gedachter Großspeicher nach den Regeln des jeweiligen Modells hätte erlösen können. Keiner ist der Erlös einer bestimmten Anlage, keiner eine Prognose für ein Angebot, und keiner lässt sich auf einen kleinen Speicher übertragen.

Die vier Indizes: der jeweils letzte veröffentlichte Wert

Je Index steht hier genau ein Wert: der zuletzt veröffentlichte. Bei jeder Aktualisierung wird die Zeile ersetzt. Eine Monatsreihe führen wir nur dort, wo die Lizenz es erlaubt — beim ISEA-Index weiter unten. Die Reihen der anderen Häuser stehen in deren eigenen Veröffentlichungen.

Letzter veröffentlichter Wert je Index, Stand 15.10.2026

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IndexMonatWertEinheitzum Vormonatzum Vorjahresmonatveröffentlicht
Enervis Batteriespeicher-IndexAugust 2026rund 16.770EUR/MW im Monat−1 %+28 %30.09.2026
Suena, marktübergreifende OptimierungAugust 202625.300EUR/MW im Monat+10 %nicht veröffentlicht29.09.2026
Modo Energy, ME vBESS DE (2h)September 2026215.000EUR/MW, aufs Jahr gerechnet+12 %−39 %08.10.2026
ISEA Battery Revenue Index, Cross-Market, 2 h / 2 ZyklenAugust 2026rund 210.000EUR/MW, aufs Jahr gerechnet−4 %−8 %laufend; Abruf 15.10.2026

Die vier Werte sind nicht untereinander vergleichbar und nicht ineinander umrechenbar: Zwei gelten für einen Monat, zwei sind aufs Jahr gerechnete Monatswerte. Ein Monatswert mal zwölf ist kein Jahreserlös. Modo steht beim September 2026, die anderen drei beim August: Enervis und Suena hatten den September am 15.10.2026 noch nicht veröffentlicht, und der September-Wert des ISEA deckte erst 13 von 30 Tagen ab.

Enervis und Suena: Gastbeiträge der Herausgeber im pv magazine vom 30.09. und 29.09.2026. Modo Energy: Research-Beitrag vom 08.10.2026, frei lesbarer Teil. ISEA: battery-charts.de/revenue-index — Brucksch, van Ouwerkerk, Sauer, Revenue-Index Project, 2025, CC BY 4.0, Abruf 15.10.2026; Veränderungen beim ISEA-Index eigene Rechnung aus den Monatswerten.

Zwei weitere Angaben aus dem Enervis-Beitrag helfen beim Einordnen. Über die zwölf Monate bis August 2026 lag der Index im Mittel knapp über 13.250 EUR je MW im Monat, zusammen rund 159.000 EUR je MW. Innerhalb der 13 ausgewiesenen Monate reichte die Spanne von 5.700 EUR (Dezember 2025) bis 18.900 EUR (September 2025) — der beste Monat brachte mehr als das Dreifache des schwächsten.

Für das Gesamtjahr 2026 nennt Enervis 151.500 EUR je MW. Das ist das Szenario eines Beratungshauses auf Grundlage der eigenen Strompreisprognose — kein Messwert und keine Zusage.

Was die Indizes messen: die Methoden im Vergleich

Methoden der vier Indizes

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MerkmalEnervisSuenaModo EnergyISEA (RWTH Aachen)
Herausgeber und sein GeschäftEnergiewirtschaftliche Unternehmensberatung; bewertet Speicherprojekte und bietet den vollständigen Index-Report auf Anfrage anVermarkter von Großbatteriespeichern mit eigener OptimierungssoftwareAnbieter von Benchmarks und Prognosen für EnergiespeicherUniversitätslehrstuhl; Index gemeinsam mit dem Unternehmen enspired entwickelt
Referenzanlage1 MW / 2 MWh10 MW / 20 MWh, Graustrom, alleinstehendZwei-Stunden-Speicher, theoretisch und ohne Einsatzbeschränkungen1 MW mit 1, 2 oder 4 MWh; hier 2 MWh
Zyklen je Taghöchstens 1,5nicht genanntnicht genannt1 oder 2 wählbar; hier 2
Einbezogene MärkteIntraday, FCR, aFRR-Leistung; keine RegelarbeitGroßhandel (Day-Ahead, Intraday-Auktionen, kontinuierlicher Intraday-Handel) und Regelenergie (FCR, aFRR); einzeln und kombiniert ausgewiesenDay-Ahead, Intraday, FCR, aFRRFCR, aFRR-Leistung und -Arbeit, kontinuierlicher Intraday-Handel
Vorausschauimperfektprognosebasiertnicht genannteinfache, offen dokumentierte Regeln; Quellcode öffentlich
Technische Annahmen87 % Wirkungsgrad, 97 % Verfügbarkeit, 90 % Entladetiefenicht genanntnicht genannt90,25 % Wirkungsgrad; FCR-Leistung um 20 % gekürzt; Mindestgröße von 1 MW am aFRR-Markt nicht berücksichtigt
Was der Wert isterzielbare Netto-Erlöse (Deckungsbeiträge) eines Monatssimulierter Erlös eines MonatsMonatswert, aufs Jahr gerechnet; ausdrücklich nicht der Erlös realer AnlagenErlöspotenzial eines Monats, aufs Jahr gerechnet
Erscheintmonatlich; August-Wert am 30.09.2026monatlich; August-Wert am 29.09.2026monatlich; September-Wert am 08.10.2026laufend auf battery-charts.de
Lizenz der Datenkeine freie Lizenz angegebenkeine freie Lizenz angegebenalle Rechte vorbehaltenCC BY 4.0

„Nicht genannt“ heißt: im frei lesbaren Text der Veröffentlichung nicht angegeben. FCR = Primärregelleistung, aFRR = Sekundärregelleistung.

Angaben der Herausgeber in den unter „Stand, Takt und Quellen“ genannten Veröffentlichungen, abgerufen am 15.10.2026.

Warum die Indizes voneinander abweichen

Fünf Stellschrauben erklären, warum vier Rechnungen für denselben Monat vier verschiedene Zahlen ergeben:

  1. Anlage und Speicherdauer. Enervis und ISEA rechnen mit 1 MW, Suena mit 10 MW; alle vier Werte oben gelten für zwei Stunden Speicherdauer. Wie stark schon die Auslegung den Erlös je MW verschiebt, zeigt die Suena-Auslegungsstudie mit einer Spanne von 79.000 bis 169.000 EUR je MW und Jahr.
  2. Zyklen. Enervis begrenzt auf 1,5 Zyklen am Tag, das ISEA in der hier gezeigten Variante auf zwei; Modo modelliert keine Einsatzbeschränkungen. Mehr erlaubte Zyklen heißen mehr Handel.
  3. Märkte. Enervis lässt die Regelarbeit weg, das ISEA rechnet sie ein. Modo bezieht den Day-Ahead-Handel ein, die Kombinationsrechnung des ISEA nicht; Suena weist Großhandel und Regelenergie einzeln und kombiniert aus.
  4. Vorausschau. Ein Modell, das die Preise des Tages schon kennt, findet immer die beste Stunde. Enervis rechnet ausdrücklich mit imperfekter Vorausschau, Suena prognosebasiert; Modo beschreibt seinen Wert als theoretischen Speicher ohne Beschränkungen.
  5. Einheit. Enervis und Suena nennen Euro je MW für den Monat, Modo und ISEA rechnen den Monat aufs Jahr. Die August-Werte 16.770 (Enervis) und 191.000 (Modo) sind deshalb keine widersprüchlichen Aussagen über dieselbe Größe.

Der August 2026, der letzte Monat mit Werten aller vier Häuser, zeigt, wie weit das trägt. Enervis meldet 28 Prozent mehr als im August 2025, Modo 15 Prozent weniger (191.000 EUR je MW, aufs Jahr gerechnet), ISEA 8 Prozent weniger. Modo nennt für seinen Rückgang selbst den Grund: Der Leistungspreis der positiven Sekundärregelleistung lag bei 7,35 EUR/MW/h und damit halb so hoch wie ein Jahr zuvor — und im Modo-Modell stammten im August 2025 noch 88 Prozent des Erlöses aus der aFRR-Vorhaltung, jetzt etwa die Hälfte. Ein Modell, das stark auf aFRR setzte, verliert also, obwohl die Preisunterschiede im Stromhandel gewachsen sind.

Für September 2026 meldet Modo 215.000 EUR je MW, aufs Jahr gerechnet — 12 Prozent mehr als im August, aber 39 Prozent weniger als im September 2025 mit 351.000. Die Begründung ist dieselbe: Der positive aFRR-Leistungspreis erholte sich auf 12,2 EUR/MW/h, lag aber etwa halb so hoch wie ein Jahr zuvor, und der Anteil der aFRR-Vorhaltung am Erlös des Modells fiel von 94 Prozent im September 2025 auf 54 Prozent.

Welchen Anteil die aFRR im Enervis-Modell hat, steht im veröffentlichten Text nicht. Belegt sind damit die unterschiedlichen Methoden — welcher Teil der Abweichung auf welche Annahme entfällt, hat keiner der Herausgeber veröffentlicht.

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ISEA Battery Revenue Index: die Monatsreihe

Der Index des ISEA ist der einzige der vier, dessen Daten unter einer freien Lizenz stehen (CC BY 4.0) und dessen Rechenweg als Quellcode offenliegt. Deshalb führen wir ihn als Reihe. Gezeigt ist die Kombinationsrechnung („Cross-Market“: FCR, aFRR und kontinuierlicher Intraday-Handel) für ein System mit 1 MW und 2 MWh bei höchstens zwei Zyklen am Tag — je Monat das Erlöspotenzial, aufs Jahr gerechnet.

ISEA Battery Revenue Index, Cross-Market, 2 h / 2 Zyklen — Tsd. EUR je MW, aufs Jahr gerechnet
Monat20252026
Januar226103
Februar16995
März259197
April299238
Mai377230
Juni335253
Juli217219
August229210
September399—
Oktober319—
November177—
Dezember118—

Aufs Jahr gerechnet heißt: Der Erlös des Monats wird so dargestellt, als hielte er zwölf Monate an — das ist kein Jahreserlös. Das Mittel der zwölf Monatswerte 2025 ergibt rund 260.000 EUR je MW; das ISEA nannte im Januar 2026 für das Jahr 2025 rund 259.000 EUR je MW. Den September 2026 zeigt die Grafik am 15.10.2026 schon an, der Wert stützt sich aber erst auf 13 der 30 Tage; er folgt, sobald der Monat vollständig ist.

Jonas Brucksch, Jonas van Ouwerkerk, Dirk Uwe Sauer: Revenue-Index Project, 2025 — battery-charts.de/revenue-index (ISEA, RWTH Aachen), Lizenz CC BY 4.0 (creativecommons.org/licenses/by/4.0/). Monatswerte der Grafik „Annualized Monthly Revenues“, abgerufen am 15.10.2026, auf volle Tausend gerundet.

In sieben der ersten acht Monate 2026 lag der ISEA-Wert unter dem des Vorjahresmonats; nur der Juli lag knapp darüber. Für das Kalenderjahr 2025 hatte das ISEA einen Rückgang um 16 Prozent gegenüber 2024 gemeldet, von rund 309.000 auf rund 259.000 EUR je MW — und zugleich, dass die Vorhaltung von Sekundärregelleistung zur zentralen Erlösquelle der Kombinationsrechnung geworden war.

Die Preise hinter den Indizes: eigene Messung

Ein Index ist eine Rechnung auf Preisen. Die Preise selbst werten wir monatlich aus den amtlichen Quellen aus — SMARD für den Day-Ahead-Markt, regelleistung.net für die Regelleistung. Das dritte Quartal 2026 gegen das dritte Quartal 2025:

  • Day-Ahead-Preis, Mittel: 125,51 gegen 82,76 EUR/MWh
  • Tagesspreizung (TB2): 179,72 gegen 130,22 EUR/MWh — plus 38 Prozent
  • FCR, Summe der Zuschlagspreise: 48.636 gegen 37.326 EUR/MW — plus 30 Prozent
  • aFRR-Leistungspreis, positiv: 9,99 gegen 20,85 EUR/MW/h — minus 52 Prozent; negativ 17,63 gegen 20,64 EUR/MW/h

Das Bild ist gespalten: Die Preisunterschiede im Stromhandel und die Primärregelleistung haben zugelegt, der Preis der positiven Sekundärregelleistung hat sich mehr als halbiert. Je nachdem, wie stark ein Modell auf welchen Markt setzt, zeigt sein Index nach oben oder nach unten. Für den August 2026 ergibt unsere Auswertung einen positiven aFRR-Leistungspreis von 7,37 EUR/MW/h — Modo nennt unabhängig davon 7,35.

Die vollständigen Monatsreihen mit Methode stehen auf der Seite Batteriespeicher in Deutschland: die Zahlen. Die Tagesspreizung ist dort erklärt: je Tag das Mittel der zwei teuersten minus das Mittel der zwei billigsten Stunden.

Preise sind keine Erlöse

Die vier Zeilen sind Marktpreise, kein Erlös eines Speichers: Ob eine Anlage einen Zuschlag erhält, wie oft sie verfügbar ist und was der Vermarkter behält, steckt in keiner dieser Zahlen. Eigene Auswertung auf Basis von SMARD (Bundesnetzagentur) und regelleistung.net, abgerufen am 15.10.2026.

Was kein Index sagt

  • Kein erzielter Erlös. Alle vier sind Modellrechnungen. Modo schreibt es ausdrücklich: Der Wert misst, was ein Speicher hätte verdienen können, nicht was reale Anlagen verdient haben. Das ISEA weist darauf hin, dass seine Annahmen beim Vergleich mit tatsächlichen Erlösen zu berücksichtigen sind.
  • Kosten: kein Abzug ausgewiesen. Keiner der vier Herausgeber gibt an, Vermarktervergütung, Betriebsführung, Wartung, Versicherung, Pacht oder Finanzierung abzuziehen. Enervis nennt seine Werte Netto-Erlöse (Deckungsbeiträge), erläutert im veröffentlichten Text aber nicht, was abgezogen ist.
  • Kein Jahreswert aus einem Monat. Die Werte schwanken stark mit der Jahreszeit: Im Enervis-Index lag der beste der letzten 13 Monate beim mehr als Dreifachen des schwächsten, im ISEA-Index der September 2025 beim mehr als Dreifachen des Dezember 2025. Wer einen Sommermonat mit zwölf multipliziert, errechnet einen Erlös, den es so nicht gab.
  • Keine Umrechnung zwischen den Indizes. Monatswert und aufs Jahr gerechneter Wert, 1,5 und zwei Zyklen, mit und ohne Regelarbeit: Die Zahlen beantworten verschiedene Fragen.
  • Kein unbeteiligter Herausgeber. Enervis bewertet Speicherprojekte, Suena vermarktet Speicher, Modo bietet Benchmarks und Prognosen an, das ISEA hat seinen Index gemeinsam mit einem Unternehmen entwickelt. Alle Fundstellen stammen von den Herausgebern selbst.
  • Keine Prognose. Die Indexwerte beschreiben vergangene Monate. Die einzige Vorausschau auf dieser Seite ist das Enervis-Szenario für 2026, und es ist als Szenario gekennzeichnet.

Was das für einen kleinen Speicher bedeutet

Enervis und ISEA rechnen mit 1 MW, Suena mit 10 MW. Wer einen Speicher oder einen Speicheranteil deutlich unter 1 MW erwirbt, kann die Werte aus drei Gründen nicht übernehmen:

  1. Marktzugang. An den Regelleistungsmärkten beträgt die Mindestangebotsgröße 1 MW. Das ISEA weist selbst darauf hin, dass sein Modell diese Schwelle am aFRR-Markt außer Acht lässt. Ein Speicher darunter kann dort nicht allein anbieten, sondern nur gebündelt mit anderen Anlagen im Pool eines Anbieters, in der Regel eines Vermarkters — und keiner der vier Herausgeber gibt an, dessen Vergütung abzuziehen.
  2. Fahrweise. Modo beschreibt seinen Wert als theoretischen Speicher ohne Einsatzbeschränkungen und verweist für reale Anlagen auf anlagenspezifische Grenzen. In welchen Märkten ein kleiner Speicher tatsächlich eingesetzt wird, steht im Vermarktungsvertrag, nicht im Index.
  3. Feste Kosten. Kosten, die je Anlage anfallen, verteilen sich bei einem kleinen Speicher auf weniger Leistung — je MW gerechnet wiegen sie schwerer.

Einen öffentlichen Index für die tatsächlich erzielten Erlöse kleiner Speicher haben wir nicht gefunden (Stand 15.10.2026). Die Indizes taugen deshalb als Prüfmaßstab, nicht als Erwartung: Liegt die Erlösannahme eines Angebots je MW über dem, was die Modelle für einen Großspeicher errechnen, braucht sie eine Begründung.

Wie die Erlösquellen zusammenwirken, erklärt Wie verdient ein Batteriespeicher Geld?.

Eine Erlösannahme gegen die Indizes halten: ein Beispiel

Ein Beispiel mit frei gewählten Zahlen — kein reales Angebot: Ein Anbieter rechnet für einen Speicheranteil von 100 kW und 200 kWh mit 24.000 EUR Erlös im Jahr.

Schritt 1 — auf 1 MW und ein Jahr umrechnen. 24.000 EUR für 0,1 MW entsprechen 240.000 EUR je MW und Jahr. Nennt ein Angebot Monatswerte, zählt die Summe über zwölf aufeinanderfolgende Monate — nicht ein Monat mal zwölf.

Schritt 2 — neben die Jahreswerte der Indizes stellen. Dafür eignen sich nur Werte, die ein ganzes Jahr abdecken:

Beispiel: Erlösannahme und Jahreswerte der Indizes, EUR je MW und Jahr

Weitere Spalten: Tabelle seitlich bewegen.

GrößeWertZeitraumTyp
Erlösannahme im Beispielangebot240.000ein Jahr, laut Beispielfrei gewähltes Beispiel, kein reales Angebot
Enervis Batteriespeicher-Indexrund 159.000zwölf Monate bis August 2026Modellwert, vom Herausgeber veröffentlicht
ISEA Battery Revenue Indexrund 213.000Mittel der zwölf Monatswerte bis August 2026Modellwert, eigene Rechnung aus der Monatsreihe
ISEA Battery Revenue Indexrund 259.000Kalenderjahr 2025Modellwert, vom Herausgeber veröffentlicht
Enervis, Erwartung für 2026151.500Gesamtjahr 2026Szenario eines Beratungshauses

Die Werte von Modo und Suena fehlen hier bewusst: Aus beiden Veröffentlichungen liegt nur der einzelne Monat vor, und ein Monatswert ist kein Jahreswert.

Enervis: Gastbeitrag im pv magazine vom 30.09.2026. ISEA: battery-charts.de/revenue-index (Brucksch, van Ouwerkerk, Sauer, Revenue-Index Project, 2025, CC BY 4.0, Abruf 15.10.2026) und Gastbeitrag im pv magazine vom 23.01.2026.

Die Annahme liegt rund 51 Prozent über dem Zwölf-Monats-Wert von Enervis und rund 13 Prozent über dem Zwölf-Monats-Mittel des ISEA; unter dem ISEA-Wert für das Kalenderjahr 2025 bleibt sie um rund 7 Prozent.

Schritt 3 — prüfen, was die Indizes nicht abziehen. Die Indexwerte gelten für Großspeicher, und keiner der Herausgeber gibt an, laufende Kosten abzuziehen. Steht im Angebot, ob die 24.000 EUR vor oder nach Vermarktervergütung, Betriebsführung, Versicherung und Pacht gerechnet sind?

Schritt 4 — drei Fragen an den Anbieter.

  1. Aus welchem Zeitraum stammt die Erlösannahme?
  2. Beruht sie auf einem Index oder auf abgerechneten Erlösen bestehender Anlagen?
  3. Für welche Anlagengröße wurde sie ermittelt?

Das Ergebnis ist kein Urteil über das Angebot. Es sagt nur: Die Annahme liegt über dem, was zwei Modelle für einen Großspeicher in den letzten zwölf Monaten errechnen — und der Anbieter sollte erklären können, warum.

Die vollständige Prüfung eines Angebots steht in Batteriespeicher-Angebot prüfen. Wie aus einer Erlösannahme eine Rendite wird und wo Rechnungen zu optimistisch ausfallen, zeigt Batteriespeicher-Rendite: Versprechen und Wirklichkeit — dort steht auch der Rendite-Rechner. Weitere Rechner finden Sie in der Rechner-Übersicht, die Profile der Anbieter im Anbieter-Vergleich.

Häufige Fragen zum Batteriespeicher-Index

FAQ

Kompakte Antworten auf die Fragen, die uns zu diesem Thema am häufigsten erreichen.

Es gibt nicht einen, sondern mehrere: Enervis, Suena, Modo Energy und das ISEA der RWTH Aachen veröffentlichen jeweils eine eigene Modellrechnung dazu, was ein Großbatteriespeicher in Deutschland an den Strom- und Regelleistungsmärkten hätte erlösen können. Keiner der vier ist amtlich.

BESS steht für Battery Energy Storage System, also Batteriespeicher. BESS-Index und Batteriespeicher-Index meinen dasselbe; Enervis verwendet beide Bezeichnungen für seinen Index.

Weil sie verschieden rechnen: andere Anlagengröße, andere Zyklenzahl, andere Märkte, andere Annahmen zur Vorausschau und andere Einheiten. Für August 2026 meldet Enervis 28 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, Modo 15 Prozent weniger.

Nein. Die Indizes sind Modellwerte für Großspeicher ab 1 MW; keiner der Herausgeber gibt an, Betriebskosten oder Vermarktervergütung abzuziehen. Sie eignen sich als Prüfmaßstab für die Erlösannahme eines Angebots, nicht als Erwartung für eine einzelne Anlage.

Am 1. jedes Monats: mit den eigenen Preisreihen des Vormonats und den Indexwerten des Monats davor. Die Indizes erscheinen rund eine bis vier Wochen nach Monatsende.

Stand, Takt und Quellen

Stand: 15.10.2026. Indexwerte: der jeweils zuletzt veröffentlichte Monat — September 2026 bei Modo Energy, August 2026 bei Enervis und Suena (September noch nicht veröffentlicht) und beim ISEA (September-Wert erst für 13 von 30 Tagen). Eigene Preisreihen: bis September 2026.

Takt: Diese Seite wird am 1. jedes Monats fortgeschrieben — mit den eigenen Preisen des Vormonats und den Indexwerten des Monats davor; die Indizes erscheinen rund eine bis vier Wochen nach Monatsende. Die Zeile je Index wird dabei ersetzt, die ISEA-Reihe und die eigenen Reihen werden ergänzt.

Quellen: Enervis Energy Advisors, Gastbeitrag im pv magazine vom 30.09.2026 (Index August 2026, Methode, Zwölf-Monats-Mittel, Szenario 2026). Suena Energy, Gastbeitrag im pv magazine vom 29.09.2026 (August 2026). Modo Energy, Research-Beiträge vom 08.10.2026 (September 2026) und 11.09.2026 (August 2026) zum Benchmark ME vBESS DE (2h), jeweils frei lesbarer Teil. ISEA, RWTH Aachen: battery-charts.de/revenue-index — Jonas Brucksch, Jonas van Ouwerkerk, Dirk Uwe Sauer, Revenue-Index Project, 2025, Lizenz CC BY 4.0; dazu der Gastbeitrag des ISEA im pv magazine vom 23.01.2026 mit den Jahreswerten 2024 und 2025. Eigene Preisreihen: SMARD (Bundesnetzagentur) und regelleistung.net, eigene Auswertung. Alle Fundstellen abgerufen am 15.10.2026.

Diese Seite ist allgemeine Information und keine Anlageberatung. Sie enthält keine eigene Prognose und keine Empfehlung für oder gegen ein Angebot. Wie der Batteriespeicher-Report Quellen prüft, steht in der Methodik. Fehler oder neue Werte: Kontakt zur Redaktion.

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