Den einen Batteriespeicher-Index gibt es nicht. Vier Häuser veröffentlichen regelmäßig, was ein Großbatteriespeicher in Deutschland an den Strom- und Regelleistungsmärkten rechnerisch hätte erlösen können: die Beratung Enervis, der Speichervermarkter Suena Energy, der Benchmark-Anbieter Modo Energy und das Institut ISEA der RWTH Aachen. Keiner der vier ist amtlich. Oft ist auch vom BESS-Index die Rede — BESS steht für Battery Energy Storage System.
Die zuletzt veröffentlichten Werte:
- Enervis, August 2026: rund 16.770 EUR je MW im Monat — 28 Prozent mehr als im August 2025
- Suena, August 2026: 25.300 EUR je MW im Monat — kein Vorjahresvergleich veröffentlicht
- Modo Energy, September 2026: 215.000 EUR je MW, aufs Jahr gerechnet — 39 Prozent weniger als im September 2025
- ISEA (RWTH Aachen), August 2026: rund 210.000 EUR je MW, aufs Jahr gerechnet — 8 Prozent weniger als im August 2025
Den September haben Enervis und Suena noch nicht veröffentlicht, und der September-Wert des ISEA stützt sich bisher erst auf 13 von 30 Tagen; bei diesen dreien steht deshalb noch der August.
Für August 2026, den letzten Monat mit Werten aller vier Häuser, meldet Enervis ein Plus von 28 Prozent zum Vorjahresmonat, Modo Energy ein Minus von 15 Prozent — derselbe Monat, derselbe Markt. Der Unterschied kann nur aus den Rechnungen kommen: Anlagengröße, Zyklen, einbezogene Märkte, Vorausschau und Einheit. Diese Seite stellt die vier Rechnungen nebeneinander, erklärt die Unterschiede und zeigt, wie sich die Erlösannahme eines Angebots dagegen prüfen lässt. Stand: 15.10.2026.
Modellwerte, keine erzielten Erlöse
Jeder Indexwert auf dieser Seite beschreibt, was ein gedachter Großspeicher nach den Regeln des jeweiligen Modells hätte erlösen können. Keiner ist der Erlös einer bestimmten Anlage, keiner eine Prognose für ein Angebot, und keiner lässt sich auf einen kleinen Speicher übertragen.
Die vier Indizes: der jeweils letzte veröffentlichte Wert
Je Index steht hier genau ein Wert: der zuletzt veröffentlichte. Bei jeder Aktualisierung wird die Zeile ersetzt. Eine Monatsreihe führen wir nur dort, wo die Lizenz es erlaubt — beim ISEA-Index weiter unten. Die Reihen der anderen Häuser stehen in deren eigenen Veröffentlichungen.
Weitere Spalten: Tabelle seitlich bewegen.
| Index | Monat | Wert | Einheit | zum Vormonat | zum Vorjahresmonat | veröffentlicht |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Enervis Batteriespeicher-Index | August 2026 | rund 16.770 | EUR/MW im Monat | −1 % | +28 % | 30.09.2026 |
| Suena, marktübergreifende Optimierung | August 2026 | 25.300 | EUR/MW im Monat | +10 % | nicht veröffentlicht | 29.09.2026 |
| Modo Energy, ME vBESS DE (2h) | September 2026 | 215.000 | EUR/MW, aufs Jahr gerechnet | +12 % | −39 % | 08.10.2026 |
| ISEA Battery Revenue Index, Cross-Market, 2 h / 2 Zyklen | August 2026 | rund 210.000 | EUR/MW, aufs Jahr gerechnet | −4 % | −8 % | laufend; Abruf 15.10.2026 |
Die vier Werte sind nicht untereinander vergleichbar und nicht ineinander umrechenbar: Zwei gelten für einen Monat, zwei sind aufs Jahr gerechnete Monatswerte. Ein Monatswert mal zwölf ist kein Jahreserlös. Modo steht beim September 2026, die anderen drei beim August: Enervis und Suena hatten den September am 15.10.2026 noch nicht veröffentlicht, und der September-Wert des ISEA deckte erst 13 von 30 Tagen ab.
Zwei weitere Angaben aus dem Enervis-Beitrag helfen beim Einordnen. Über die zwölf Monate bis August 2026 lag der Index im Mittel knapp über 13.250 EUR je MW im Monat, zusammen rund 159.000 EUR je MW. Innerhalb der 13 ausgewiesenen Monate reichte die Spanne von 5.700 EUR (Dezember 2025) bis 18.900 EUR (September 2025) — der beste Monat brachte mehr als das Dreifache des schwächsten.
Für das Gesamtjahr 2026 nennt Enervis 151.500 EUR je MW. Das ist das Szenario eines Beratungshauses auf Grundlage der eigenen Strompreisprognose — kein Messwert und keine Zusage.
Was die Indizes messen: die Methoden im Vergleich
Weitere Spalten: Tabelle seitlich bewegen.
| Merkmal | Enervis | Suena | Modo Energy | ISEA (RWTH Aachen) |
|---|---|---|---|---|
| Herausgeber und sein Geschäft | Energiewirtschaftliche Unternehmensberatung; bewertet Speicherprojekte und bietet den vollständigen Index-Report auf Anfrage an | Vermarkter von Großbatteriespeichern mit eigener Optimierungssoftware | Anbieter von Benchmarks und Prognosen für Energiespeicher | Universitätslehrstuhl; Index gemeinsam mit dem Unternehmen enspired entwickelt |
| Referenzanlage | 1 MW / 2 MWh | 10 MW / 20 MWh, Graustrom, alleinstehend | Zwei-Stunden-Speicher, theoretisch und ohne Einsatzbeschränkungen | 1 MW mit 1, 2 oder 4 MWh; hier 2 MWh |
| Zyklen je Tag | höchstens 1,5 | nicht genannt | nicht genannt | 1 oder 2 wählbar; hier 2 |
| Einbezogene Märkte | Intraday, FCR, aFRR-Leistung; keine Regelarbeit | Großhandel (Day-Ahead, Intraday-Auktionen, kontinuierlicher Intraday-Handel) und Regelenergie (FCR, aFRR); einzeln und kombiniert ausgewiesen | Day-Ahead, Intraday, FCR, aFRR | FCR, aFRR-Leistung und -Arbeit, kontinuierlicher Intraday-Handel |
| Vorausschau | imperfekt | prognosebasiert | nicht genannt | einfache, offen dokumentierte Regeln; Quellcode öffentlich |
| Technische Annahmen | 87 % Wirkungsgrad, 97 % Verfügbarkeit, 90 % Entladetiefe | nicht genannt | nicht genannt | 90,25 % Wirkungsgrad; FCR-Leistung um 20 % gekürzt; Mindestgröße von 1 MW am aFRR-Markt nicht berücksichtigt |
| Was der Wert ist | erzielbare Netto-Erlöse (Deckungsbeiträge) eines Monats | simulierter Erlös eines Monats | Monatswert, aufs Jahr gerechnet; ausdrücklich nicht der Erlös realer Anlagen | Erlöspotenzial eines Monats, aufs Jahr gerechnet |
| Erscheint | monatlich; August-Wert am 30.09.2026 | monatlich; August-Wert am 29.09.2026 | monatlich; September-Wert am 08.10.2026 | laufend auf battery-charts.de |
| Lizenz der Daten | keine freie Lizenz angegeben | keine freie Lizenz angegeben | alle Rechte vorbehalten | CC BY 4.0 |
„Nicht genannt“ heißt: im frei lesbaren Text der Veröffentlichung nicht angegeben. FCR = Primärregelleistung, aFRR = Sekundärregelleistung.
Warum die Indizes voneinander abweichen
Fünf Stellschrauben erklären, warum vier Rechnungen für denselben Monat vier verschiedene Zahlen ergeben:
- Anlage und Speicherdauer. Enervis und ISEA rechnen mit 1 MW, Suena mit 10 MW; alle vier Werte oben gelten für zwei Stunden Speicherdauer. Wie stark schon die Auslegung den Erlös je MW verschiebt, zeigt die Suena-Auslegungsstudie mit einer Spanne von 79.000 bis 169.000 EUR je MW und Jahr.
- Zyklen. Enervis begrenzt auf 1,5 Zyklen am Tag, das ISEA in der hier gezeigten Variante auf zwei; Modo modelliert keine Einsatzbeschränkungen. Mehr erlaubte Zyklen heißen mehr Handel.
- Märkte. Enervis lässt die Regelarbeit weg, das ISEA rechnet sie ein. Modo bezieht den Day-Ahead-Handel ein, die Kombinationsrechnung des ISEA nicht; Suena weist Großhandel und Regelenergie einzeln und kombiniert aus.
- Vorausschau. Ein Modell, das die Preise des Tages schon kennt, findet immer die beste Stunde. Enervis rechnet ausdrücklich mit imperfekter Vorausschau, Suena prognosebasiert; Modo beschreibt seinen Wert als theoretischen Speicher ohne Beschränkungen.
- Einheit. Enervis und Suena nennen Euro je MW für den Monat, Modo und ISEA rechnen den Monat aufs Jahr. Die August-Werte 16.770 (Enervis) und 191.000 (Modo) sind deshalb keine widersprüchlichen Aussagen über dieselbe Größe.
Der August 2026, der letzte Monat mit Werten aller vier Häuser, zeigt, wie weit das trägt. Enervis meldet 28 Prozent mehr als im August 2025, Modo 15 Prozent weniger (191.000 EUR je MW, aufs Jahr gerechnet), ISEA 8 Prozent weniger. Modo nennt für seinen Rückgang selbst den Grund: Der Leistungspreis der positiven Sekundärregelleistung lag bei 7,35 EUR/MW/h und damit halb so hoch wie ein Jahr zuvor — und im Modo-Modell stammten im August 2025 noch 88 Prozent des Erlöses aus der aFRR-Vorhaltung, jetzt etwa die Hälfte. Ein Modell, das stark auf aFRR setzte, verliert also, obwohl die Preisunterschiede im Stromhandel gewachsen sind.
Für September 2026 meldet Modo 215.000 EUR je MW, aufs Jahr gerechnet — 12 Prozent mehr als im August, aber 39 Prozent weniger als im September 2025 mit 351.000. Die Begründung ist dieselbe: Der positive aFRR-Leistungspreis erholte sich auf 12,2 EUR/MW/h, lag aber etwa halb so hoch wie ein Jahr zuvor, und der Anteil der aFRR-Vorhaltung am Erlös des Modells fiel von 94 Prozent im September 2025 auf 54 Prozent.
Welchen Anteil die aFRR im Enervis-Modell hat, steht im veröffentlichten Text nicht. Belegt sind damit die unterschiedlichen Methoden — welcher Teil der Abweichung auf welche Annahme entfällt, hat keiner der Herausgeber veröffentlicht.
ISEA Battery Revenue Index: die Monatsreihe
Der Index des ISEA ist der einzige der vier, dessen Daten unter einer freien Lizenz stehen (CC BY 4.0) und dessen Rechenweg als Quellcode offenliegt. Deshalb führen wir ihn als Reihe. Gezeigt ist die Kombinationsrechnung („Cross-Market“: FCR, aFRR und kontinuierlicher Intraday-Handel) für ein System mit 1 MW und 2 MWh bei höchstens zwei Zyklen am Tag — je Monat das Erlöspotenzial, aufs Jahr gerechnet.
| Monat | 2025 | 2026 |
|---|---|---|
| Januar | 226 | 103 |
| Februar | 169 | 95 |
| März | 259 | 197 |
| April | 299 | 238 |
| Mai | 377 | 230 |
| Juni | 335 | 253 |
| Juli | 217 | 219 |
| August | 229 | 210 |
| September | 399 | — |
| Oktober | 319 | — |
| November | 177 | — |
| Dezember | 118 | — |
Aufs Jahr gerechnet heißt: Der Erlös des Monats wird so dargestellt, als hielte er zwölf Monate an — das ist kein Jahreserlös. Das Mittel der zwölf Monatswerte 2025 ergibt rund 260.000 EUR je MW; das ISEA nannte im Januar 2026 für das Jahr 2025 rund 259.000 EUR je MW. Den September 2026 zeigt die Grafik am 15.10.2026 schon an, der Wert stützt sich aber erst auf 13 der 30 Tage; er folgt, sobald der Monat vollständig ist.
In sieben der ersten acht Monate 2026 lag der ISEA-Wert unter dem des Vorjahresmonats; nur der Juli lag knapp darüber. Für das Kalenderjahr 2025 hatte das ISEA einen Rückgang um 16 Prozent gegenüber 2024 gemeldet, von rund 309.000 auf rund 259.000 EUR je MW — und zugleich, dass die Vorhaltung von Sekundärregelleistung zur zentralen Erlösquelle der Kombinationsrechnung geworden war.
Die Preise hinter den Indizes: eigene Messung
Ein Index ist eine Rechnung auf Preisen. Die Preise selbst werten wir monatlich aus den amtlichen Quellen aus — SMARD für den Day-Ahead-Markt, regelleistung.net für die Regelleistung. Das dritte Quartal 2026 gegen das dritte Quartal 2025:
- Day-Ahead-Preis, Mittel: 125,51 gegen 82,76 EUR/MWh
- Tagesspreizung (TB2): 179,72 gegen 130,22 EUR/MWh — plus 38 Prozent
- FCR, Summe der Zuschlagspreise: 48.636 gegen 37.326 EUR/MW — plus 30 Prozent
- aFRR-Leistungspreis, positiv: 9,99 gegen 20,85 EUR/MW/h — minus 52 Prozent; negativ 17,63 gegen 20,64 EUR/MW/h
Das Bild ist gespalten: Die Preisunterschiede im Stromhandel und die Primärregelleistung haben zugelegt, der Preis der positiven Sekundärregelleistung hat sich mehr als halbiert. Je nachdem, wie stark ein Modell auf welchen Markt setzt, zeigt sein Index nach oben oder nach unten. Für den August 2026 ergibt unsere Auswertung einen positiven aFRR-Leistungspreis von 7,37 EUR/MW/h — Modo nennt unabhängig davon 7,35.
Die vollständigen Monatsreihen mit Methode stehen auf der Seite Batteriespeicher in Deutschland: die Zahlen. Die Tagesspreizung ist dort erklärt: je Tag das Mittel der zwei teuersten minus das Mittel der zwei billigsten Stunden.
Preise sind keine Erlöse
Die vier Zeilen sind Marktpreise, kein Erlös eines Speichers: Ob eine Anlage einen Zuschlag erhält, wie oft sie verfügbar ist und was der Vermarkter behält, steckt in keiner dieser Zahlen. Eigene Auswertung auf Basis von SMARD (Bundesnetzagentur) und regelleistung.net, abgerufen am 15.10.2026.
Was kein Index sagt
- Kein erzielter Erlös. Alle vier sind Modellrechnungen. Modo schreibt es ausdrücklich: Der Wert misst, was ein Speicher hätte verdienen können, nicht was reale Anlagen verdient haben. Das ISEA weist darauf hin, dass seine Annahmen beim Vergleich mit tatsächlichen Erlösen zu berücksichtigen sind.
- Kosten: kein Abzug ausgewiesen. Keiner der vier Herausgeber gibt an, Vermarktervergütung, Betriebsführung, Wartung, Versicherung, Pacht oder Finanzierung abzuziehen. Enervis nennt seine Werte Netto-Erlöse (Deckungsbeiträge), erläutert im veröffentlichten Text aber nicht, was abgezogen ist.
- Kein Jahreswert aus einem Monat. Die Werte schwanken stark mit der Jahreszeit: Im Enervis-Index lag der beste der letzten 13 Monate beim mehr als Dreifachen des schwächsten, im ISEA-Index der September 2025 beim mehr als Dreifachen des Dezember 2025. Wer einen Sommermonat mit zwölf multipliziert, errechnet einen Erlös, den es so nicht gab.
- Keine Umrechnung zwischen den Indizes. Monatswert und aufs Jahr gerechneter Wert, 1,5 und zwei Zyklen, mit und ohne Regelarbeit: Die Zahlen beantworten verschiedene Fragen.
- Kein unbeteiligter Herausgeber. Enervis bewertet Speicherprojekte, Suena vermarktet Speicher, Modo bietet Benchmarks und Prognosen an, das ISEA hat seinen Index gemeinsam mit einem Unternehmen entwickelt. Alle Fundstellen stammen von den Herausgebern selbst.
- Keine Prognose. Die Indexwerte beschreiben vergangene Monate. Die einzige Vorausschau auf dieser Seite ist das Enervis-Szenario für 2026, und es ist als Szenario gekennzeichnet.
Was das für einen kleinen Speicher bedeutet
Enervis und ISEA rechnen mit 1 MW, Suena mit 10 MW. Wer einen Speicher oder einen Speicheranteil deutlich unter 1 MW erwirbt, kann die Werte aus drei Gründen nicht übernehmen:
- Marktzugang. An den Regelleistungsmärkten beträgt die Mindestangebotsgröße 1 MW. Das ISEA weist selbst darauf hin, dass sein Modell diese Schwelle am aFRR-Markt außer Acht lässt. Ein Speicher darunter kann dort nicht allein anbieten, sondern nur gebündelt mit anderen Anlagen im Pool eines Anbieters, in der Regel eines Vermarkters — und keiner der vier Herausgeber gibt an, dessen Vergütung abzuziehen.
- Fahrweise. Modo beschreibt seinen Wert als theoretischen Speicher ohne Einsatzbeschränkungen und verweist für reale Anlagen auf anlagenspezifische Grenzen. In welchen Märkten ein kleiner Speicher tatsächlich eingesetzt wird, steht im Vermarktungsvertrag, nicht im Index.
- Feste Kosten. Kosten, die je Anlage anfallen, verteilen sich bei einem kleinen Speicher auf weniger Leistung — je MW gerechnet wiegen sie schwerer.
Einen öffentlichen Index für die tatsächlich erzielten Erlöse kleiner Speicher haben wir nicht gefunden (Stand 15.10.2026). Die Indizes taugen deshalb als Prüfmaßstab, nicht als Erwartung: Liegt die Erlösannahme eines Angebots je MW über dem, was die Modelle für einen Großspeicher errechnen, braucht sie eine Begründung.
Wie die Erlösquellen zusammenwirken, erklärt Wie verdient ein Batteriespeicher Geld?.
Eine Erlösannahme gegen die Indizes halten: ein Beispiel
Ein Beispiel mit frei gewählten Zahlen — kein reales Angebot: Ein Anbieter rechnet für einen Speicheranteil von 100 kW und 200 kWh mit 24.000 EUR Erlös im Jahr.
Schritt 1 — auf 1 MW und ein Jahr umrechnen. 24.000 EUR für 0,1 MW entsprechen 240.000 EUR je MW und Jahr. Nennt ein Angebot Monatswerte, zählt die Summe über zwölf aufeinanderfolgende Monate — nicht ein Monat mal zwölf.
Schritt 2 — neben die Jahreswerte der Indizes stellen. Dafür eignen sich nur Werte, die ein ganzes Jahr abdecken:
Weitere Spalten: Tabelle seitlich bewegen.
| Größe | Wert | Zeitraum | Typ |
|---|---|---|---|
| Erlösannahme im Beispielangebot | 240.000 | ein Jahr, laut Beispiel | frei gewähltes Beispiel, kein reales Angebot |
| Enervis Batteriespeicher-Index | rund 159.000 | zwölf Monate bis August 2026 | Modellwert, vom Herausgeber veröffentlicht |
| ISEA Battery Revenue Index | rund 213.000 | Mittel der zwölf Monatswerte bis August 2026 | Modellwert, eigene Rechnung aus der Monatsreihe |
| ISEA Battery Revenue Index | rund 259.000 | Kalenderjahr 2025 | Modellwert, vom Herausgeber veröffentlicht |
| Enervis, Erwartung für 2026 | 151.500 | Gesamtjahr 2026 | Szenario eines Beratungshauses |
Die Werte von Modo und Suena fehlen hier bewusst: Aus beiden Veröffentlichungen liegt nur der einzelne Monat vor, und ein Monatswert ist kein Jahreswert.
Die Annahme liegt rund 51 Prozent über dem Zwölf-Monats-Wert von Enervis und rund 13 Prozent über dem Zwölf-Monats-Mittel des ISEA; unter dem ISEA-Wert für das Kalenderjahr 2025 bleibt sie um rund 7 Prozent.
Schritt 3 — prüfen, was die Indizes nicht abziehen. Die Indexwerte gelten für Großspeicher, und keiner der Herausgeber gibt an, laufende Kosten abzuziehen. Steht im Angebot, ob die 24.000 EUR vor oder nach Vermarktervergütung, Betriebsführung, Versicherung und Pacht gerechnet sind?
Schritt 4 — drei Fragen an den Anbieter.
- Aus welchem Zeitraum stammt die Erlösannahme?
- Beruht sie auf einem Index oder auf abgerechneten Erlösen bestehender Anlagen?
- Für welche Anlagengröße wurde sie ermittelt?
Das Ergebnis ist kein Urteil über das Angebot. Es sagt nur: Die Annahme liegt über dem, was zwei Modelle für einen Großspeicher in den letzten zwölf Monaten errechnen — und der Anbieter sollte erklären können, warum.
Die vollständige Prüfung eines Angebots steht in Batteriespeicher-Angebot prüfen. Wie aus einer Erlösannahme eine Rendite wird und wo Rechnungen zu optimistisch ausfallen, zeigt Batteriespeicher-Rendite: Versprechen und Wirklichkeit — dort steht auch der Rendite-Rechner. Weitere Rechner finden Sie in der Rechner-Übersicht, die Profile der Anbieter im Anbieter-Vergleich.
Häufige Fragen zum Batteriespeicher-Index
Kompakte Antworten auf die Fragen, die uns zu diesem Thema am häufigsten erreichen.
Es gibt nicht einen, sondern mehrere: Enervis, Suena, Modo Energy und das ISEA der RWTH Aachen veröffentlichen jeweils eine eigene Modellrechnung dazu, was ein Großbatteriespeicher in Deutschland an den Strom- und Regelleistungsmärkten hätte erlösen können. Keiner der vier ist amtlich.
BESS steht für Battery Energy Storage System, also Batteriespeicher. BESS-Index und Batteriespeicher-Index meinen dasselbe; Enervis verwendet beide Bezeichnungen für seinen Index.
Weil sie verschieden rechnen: andere Anlagengröße, andere Zyklenzahl, andere Märkte, andere Annahmen zur Vorausschau und andere Einheiten. Für August 2026 meldet Enervis 28 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, Modo 15 Prozent weniger.
Nein. Die Indizes sind Modellwerte für Großspeicher ab 1 MW; keiner der Herausgeber gibt an, Betriebskosten oder Vermarktervergütung abzuziehen. Sie eignen sich als Prüfmaßstab für die Erlösannahme eines Angebots, nicht als Erwartung für eine einzelne Anlage.
Am 1. jedes Monats: mit den eigenen Preisreihen des Vormonats und den Indexwerten des Monats davor. Die Indizes erscheinen rund eine bis vier Wochen nach Monatsende.
Stand, Takt und Quellen
Stand: 15.10.2026. Indexwerte: der jeweils zuletzt veröffentlichte Monat — September 2026 bei Modo Energy, August 2026 bei Enervis und Suena (September noch nicht veröffentlicht) und beim ISEA (September-Wert erst für 13 von 30 Tagen). Eigene Preisreihen: bis September 2026.
Takt: Diese Seite wird am 1. jedes Monats fortgeschrieben — mit den eigenen Preisen des Vormonats und den Indexwerten des Monats davor; die Indizes erscheinen rund eine bis vier Wochen nach Monatsende. Die Zeile je Index wird dabei ersetzt, die ISEA-Reihe und die eigenen Reihen werden ergänzt.
Quellen: Enervis Energy Advisors, Gastbeitrag im pv magazine vom 30.09.2026 (Index August 2026, Methode, Zwölf-Monats-Mittel, Szenario 2026). Suena Energy, Gastbeitrag im pv magazine vom 29.09.2026 (August 2026). Modo Energy, Research-Beiträge vom 08.10.2026 (September 2026) und 11.09.2026 (August 2026) zum Benchmark ME vBESS DE (2h), jeweils frei lesbarer Teil. ISEA, RWTH Aachen: battery-charts.de/revenue-index — Jonas Brucksch, Jonas van Ouwerkerk, Dirk Uwe Sauer, Revenue-Index Project, 2025, Lizenz CC BY 4.0; dazu der Gastbeitrag des ISEA im pv magazine vom 23.01.2026 mit den Jahreswerten 2024 und 2025. Eigene Preisreihen: SMARD (Bundesnetzagentur) und regelleistung.net, eigene Auswertung. Alle Fundstellen abgerufen am 15.10.2026.
Diese Seite ist allgemeine Information und keine Anlageberatung. Sie enthält keine eigene Prognose und keine Empfehlung für oder gegen ein Angebot. Wie der Batteriespeicher-Report Quellen prüft, steht in der Methodik. Fehler oder neue Werte: Kontakt zur Redaktion.



